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Köpersprache erkennen – So entschlüsseln Sie nonverbale Kommunikation

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Koerpersprache erkennen

Kindern können wir oft sofort an der Nasenspitze ablesen, ob sie uns gerade anflunkern oder die Wahrheit erzählen. Bei Erwachsenen sieht dies jedoch ganz anders aus. Im Laufe der Jahre lernen wir nämlich, zumindest unsere Mimik weitestgehend zu kontrollieren. So geben wir uns interessiert, wenn der Kollege in der Firmensitzung seine langweilige Präsentation hält, wir lachen laut über den Witz unserer Flamme, obwohl die Pointe eher nur mäßig war und wir setzen ein Lächeln in der Öffentlichkeit auf, obwohl uns zum Heulen zumute ist.

Die eigenen Gefühle zu kaschieren, ist manchmal wichtig, um in der realen Welt zu funktionieren. Besonders im Arbeitsalltag oder unserem sozialen Umfeld. Zwar können Gesichtszüge auch „entgleisen“ oder jemandem „alles aus dem Gesicht fallen“, doch meistens wird Haltung bewahrt. Das Gesicht, welches der Welt gezeigt wird, ist darum häufig nur eine Maske, die perfektioniert wurde und uns sicher durch den Alltag trägt. Sie zu lesen gestaltet sich deshalb recht schwierig. Allerdings verrät uns manchmal eben doch die Nasenspitze. Nämlich immer dann, wenn wir eine besonders starke Emotion zu verbergen suchen. Allerdings braucht es ansonsten zum Entdecken von feinen Mimiksignalen ein sehr geschultes Auge und spezielles Training.

Kommunikation ist so viel mehr, als nur reden!

Sag.Ich.Doch.

Etwas anders und einfacher sieht es hingegen bei der Körpersprache und unseren Gesten aus. Wir alle benutzen sie. Sogar kleine Kinder verwenden bereits Zeichen, um auszudrücken, was sie fühlen oder um zu signalisieren, dass sie etwas haben wollen. Beispielsweise die ausgestreckten Arme, wenn sie hochgenommen werden möchten, das Schütteln des Kopfes, als Signal, dass sie satt sind oder das Zeigen mit dem Finger auf ein Spielzeug. Selbst blinde Menschen nutzen nonverbale Kommunikation bewusst und unbewusst. Mimik und Gestik machen gemeinsam etwa 50 % der gesamten Kommunikation aus. Vieles läuft also rein auf nonverbaler Ebene ab.

Ist Ihnen dabei schon einmal aufgefallen, dass wir Menschen, die uns nahestehen wie ein offenes Buch lesen können? Wir kennen die Gestik von uns vertrauten Personen in und auswendig. Seien es die eigenen Kinder, der Partner, die beste Freundin oder der Kollege. Wir haben gelernt, sie zu deuten und bestimmten Gefühlslagen zuzuordnen. Das Beben der Nasenflügel bedeutet beispielsweise nichts Gutes, dieser verzogene Mundwinkel kündigt Ärger an und das Wippen mit dem Fuß ist ein Zeichen für Ängstlichkeit. Doch wie sieht es bei Fremden aus? Können wir ihre Signale ebenfalls entschlüsseln?

Ja. Eigentlich machen wir sogar den ganzen Tag nichts anderes. Wir analysieren unser Gegenüber, nehmen Hinweise aus der Körperhaltung auf und verarbeiten diese Informationen. Der einzige Haken: Das Aufarbeiten dieser nonverbalen Informationen geschieht unbewusst. Damit wir jedoch besser darin werden, die Signale eines anderen zu lesen, müssen wir uns der Zeichen ganz bewusst werden. Das erfordert ein bisschen Übung.

Was bringt mir die Entschlüsselung von unbewussten Körpersignalen?

Körpersprache ist so viel ehrlicher, als das gesprochene Wort. Zu nonverbaler Kommunikation zählen neben Mimik und Gestik außerdem noch Haltung, Kleidung oder selbst die Frisur und Accessoires unseres Gesprächspartners. Auch Sprachstil, Redefluss und Sprechgeschwindigkeit, werden von uns unbewusst analysiert und gedeutet. Der tatsächliche Inhalt einer Nachricht macht demnach nur einen kleinen Teil der gesamten Kommunikation aus.

So beurteilen wir einen fremden Menschen beispielsweise bei der ersten Begegnung in sekundenschnelle. Unbewusst scannen wir die Person nach unseren Kriterien bzw. Erfahrungswerten ab und schon wird sie kategorisiert und in eine Schublade gesteckt. Wir machen uns also bereits ein Bild, ehe unser Gegenüber überhaupt den Mund aufgemacht hat. Dass der erste Eindruck allerdings nicht immer richtig sein muss, ist klar. Wer sich mehr auf andere einlässt, sie eines zweiten Blickes würdigt und verstärkt auf deren Körpersignale achtet, könnte womöglich überrascht sein, was er an seinem Gegenüber entdeckt. Wer Zeichen zu deuten und verstehen weiß, kann andere Personen nämlich viel besser einschätzen. Wie ist ihre Grundhaltung? Fühlt sich eine Person wohl? Ist jemand sauer, dominant oder verlegen? Besonders, wer unsicher ist, nimmt häufig typische Körperhaltungen ein.

Die unbewussten Gesten eines anderen zu deuten kann viele Vorteile haben. Bei Verhandlungen können Sie Ihr Gegenüber zum Beispiel besser einschätzen. Ist derjenige kurz davor nachzugeben oder versucht er vielleicht Ihnen einen Bären aufzuschwatzen? Auch Verliebte können vor einem geschulten Auge ihre wahren Gefühle nicht lange verbergen. Ein dicker Pluspunkt beim ersten Date. Selbst im Streit kann es helfen, auf die Körpersignale des anderen zu achten. Fühlt er oder sie sich verletzt und ist die Person vielleicht kurz davor in Tränen auszubrechen? Ist die viel zu heftige Reaktion nur eine Abwehrhaltung, weil wir zu sehr in die Offensive gegangen sind? Gelingen meine Beschwichtigungsversuche? Und natürlich ist es immer gut zu wissen, wenn jemand Ihnen eine Lüge auftischen will. Wer schummelt, sendet ganz bestimmte Signale, für die professionelle Pokerspieler ganz feine Antennen haben. Da gehört es geradezu zum Handwerk, zu erkennen, wer blufft und wer tatsächlich ein gutes Blatt in der Hand hält.

Doch Vorsicht! Nicht jedes ausgesendete Zeichen muss immer das Gleiche bedeuten. Je nach Situation und Zusammenspiel mit weiteren Signalen können Haltung und Gestik anders gedeutet werden. Nehmen wir als Beispiel die verschränkte Arme: Sie könnten Ablehnung bedeuten, Unsicherheit, Schüchternheit oder Verschlossenheit. Manchmal ist es aber auch einfach bequem so zu sitzen oder der Person fröstelt es ein wenig. Und wer erhobenen Hauptes dasteht und die Arme verschränkt hält, könnte Überlegenheit demonstrieren oder Stolz. Darum ist es wichtig, eine einzelne Geste in den Kontext zu setzen.

Signale des Körpers wirken nicht nur nach außen!

Haltung und Gesten lassen sich jedoch ebenso ganz bewusst einsetzten und wunderbar zu Ihrem Vorteil nutzen. Wer also auf seine ausgesendeten Signale achtet, kann Menschen ein klein wenig in die Irre führen. Sagen wir zum Beispiel, Sie sind eine Frau und spät alleine unterwegs. Sie fühlen sich unsicher, sehen zu Boden oder drehen sich permanent um, machen kleine hektische Schritte, pressen Ihre Tasche an sich usw. Nach außen geben Sie damit unmissverständlich zu verstehen, dass Sie nervös sind und sich unwohl fühlen. Ein leichtes Opfer also. Verändern Sie darum besser Ihre Körperhaltung: Machen Sie sich groß und gehen aufrecht, mit erhobenem Kopf und ausladenden sicheren Schritten, so wirken Sie viel selbstbewusster und weniger angreifbar. Unsere Haltung kann also Stärke vermitteln.

Und dies funktioniert übrigens auch in die andere Richtung. Versuchen Sie es: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, zusammengesackt und mit den Händen im Schoß. Jetzt noch den Kopf senken. Wie fühlt sich das an? Und nun sitzen Sie aufrecht, halten Sie den Kopf gerade und legen Sie die Arme auf die Stuhllehnen. Na? Wir können uns besser, sicherer und stolzer fühlen, allein durch eine prominente und erhabene Haltung.

Vorteile in der Arbeitswelt

Sag.Ich.Doch.

Ganz besonders wichtig ist sicheres Auftreten natürlich in der Arbeitswelt. Schlapp herunterhängende Schultern oder nervöses Ringen und Fuchteln mit den Händen zeugt dabei nicht gerade von Selbstbewusstsein. Hier hilft zunächst einmal der altbewährte Tipp: Brust raus, Bauch rein und Schultern zurück!

Gesten und bestimmte Körperhaltungen können zusätzlich Ihren Standpunkt untermauen bzw. unterstreichen. Sowieso ist nonverbale Kommunikation ein Zusammenspiel mehrerer gleichzeitig ausgesendeter Signale. Sie können gut gekleidet sein und eine perfekte Präsentation vorbereitet haben, doch wenn Sie vor Ihren Kollegen stammeln, nicht wissen, wohin mit Ihren Händen und Ihr Publikum nicht ansehen, dürfte Ihr Auftreten wenig überzeugend sein.

Hier noch ein paar Tipps, wie Sie souveräner auftreten:

  1. Die Füße weder eng zusammenstellen, noch besonders breitbeinig dastehen. Etwa hüftweit auseinander vermittelt einen soliden Stand.
  2. Die Hände nicht hinter dem Rücken verstecken oder einfach baumeln lassen. Am besten oberhalb der Taille vor dem Körper halten.
  3. Gehen Sie erhobenen Hauptes durchs Leben und halten Sie Augenkontakt. Wer den Blick oder den Kopf senkt, wirkt schüchtern, unsicher oder unterwürfig.
  4. Sitzen Sie bei Meetings oder Gehaltsverhandlungen nicht auf der Kante des Stuhls, als würden Sie jeden Moment aufspringen wollen. Nutzen Sie die gesamte Sitzfläche und halten Sie den Oberkörper aufrecht.

Ein kleiner Bonus: Eine gute Haltung macht übrigens auch attraktiver, was in wissenschaftlichen Studien mehrfach belegt werden konnte. Ein Grund mehr also, sich nicht hängen zu lassen, sondern „Haltung zu bewahren“. Möchten Sie mehr zum Thema Kommunikation & Körpersprache erfahren, finden Sie in diesem kompakten Ratgeber zahlreiche Tipps und Ratschläge zu den Themen wie besser Kommunizieren, Streitgespräche lösen, Körpersprache & NLP wie auch Schlagfertigkeit trainieren.

Bildrechte: knallgrün, photocase.com

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