Madame Missou

Achtsamkeit am Arbeitsplatz – Lass Multitasking hinter dir

„Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“ Hach, welch ein schöner Spruch! Und so wahr! Michael Ende zeigte schon 1973 in seinem Buch „Momo“, dass die Zeit eines unserer wichtigsten Güter ist. Komischerweise scheinen wir aber immer weniger davon zu haben, oder?

Gerade auf der Arbeit herrscht oft Zeitmangel. Besonders nachmittags jagt bei mir im Café ein Kunde den nächsten, dann klingelt das Telefon, die Kaffeebohnen müssen aufgefüllt werden – Mon Dieu, manchmal weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht. Kommt dir das bekannt vor? Dann habe ich gute Neuigkeiten: Es geht auch anders! Statt von einer Aufgabe zur nächsten zu hetzen, habe ich gelernt,  mir bewusst Pausen zu gönnen. Achtsamkeit lautet meine neue Devise für mehr Zeit, mehr Balance und mehr Lebensqualität.

Trendwort „Achtsamkeit“ – Was steckt dahinter?

Achtsam zu sein, bedeutet aufzupassen. Und aufpassen müssen wir natürlich besonders auf uns selbst: auf unser Wohlbefinden und unsere Balance. Immerhin kennen wir uns besser als jede andere. In stressigen Zeiten, das weiß ich nur zu gut, vergessen wir das Aufpassen aber gerne einmal und stellen uns selbst zurück. Da kommen dann Gedanken wie: „Ach, bloß Rumsitzen beim Yoga? Die Zeit könnte ich auch besser nutzen!“ Und schon befinden wir uns im Teufelskreis. Dinge, die uns stressen, gewinnen die Oberhand. Um mit ihnen fertig zu werden, streichen wir Dinge, die uns guttun – und werden unausgeglichen, noch gestresster und auf Dauer unglücklich.

Und jetzt kommst du!

Arrêt! Jetzt ist es an der Zeit, dass du dir Zeit nimmst. Und zwar, um in dich hineinzuhören. Ich habe mir angewöhnt, mich bewusst zu fragen: Warum fühle ich mich momentan überlastet? Gibt es etwas, das meine Konzentration stört? Wenn ja, was? Und wie kann ich das ändern? Meine Überlegungen notiere ich mir in einem kleinen Notizbuch. Du wirst staunen: Schon allein diese bewusste Beschäftigung mit mir selbst wirkt wahre Wunder. Wenn ich Kaffeetassen und Gebäck im Café jongliere oder nach der Arbeit 100 Dinge geplant, aber nur Zeit für 10 habe, mache ich mir so deutlich, was in diesem Moment wirklich wichtig ist. Das ist für mich der Kern der Achtsamkeit: Wir können unsere Zeit nicht vervielfältigen, aber wir können sie bewusst gestalten.

Multitasking? Lieber nicht!

Bien sûr, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen und so schneller mit allen Aufgaben fertig zu sein, klingt erst mal sehr verlockend. Multitasking galt sogar lange Zeit als eine Fähigkeit, die insbesondere uns Frauen auszeichnet und um die Männer uns beneiden. Ein Trugschluss, wie ich finde! Gerade im Job habe ich mich früher schnell hinreißen lassen und mehr Aufgaben angenommen, als ich guten Gewissens bewältigen konnte. „Irgendwie wird es schon gehen“, war mein Mantra. Jetzt weiß ich: Irgendwie ist nicht gut!

 

Multitasking gaukelt uns vor, dass es möglich ist, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Attention! Das funktioniert nicht. Egal wie fix wir wirbeln, wir müssen uns trotzdem immer nacheinander in neue Aufgaben hineindenken. Deswegen ist das Task-Hopping eher ein Zeit- und Energieräuber als ein Heilsbringer. Wir erledigen unsere Aufgaben halbherzig und fühlen uns noch gestresster dabei, weil wir alles machen, aber nichts richtig.

Also: Nimm dir bewusst Zeit für deine Aufgaben, setz Prioritäten und steh dazu, dass du nicht alles schaffen kannst – vor anderen, aber vor allem vor dir selbst. Das ist okay!

„Volle Kraft voraus!“ statt Burn-out

Immer öfter aus dem Multitaskingdrang auszusteigen, ist eine der besten Burn-out-Prophylaxen und trägt enorm zur Leistungssteigerung bei. Denn wir können nicht produktiv sein, wenn wir krankgeschrieben sind. Ich habe mir noch ein paar andere Verhaltensweisen angewöhnt, um im Job achtsamer zu werden. Und siehe da, seit ich diese 3 Tipps beherzige, habe ich viel mehr Energie und wieder richtig Spaß an meinen Aufgaben! Die Tricks will ich dir natürlich nicht vorenthalten:

 

  1. Ich höre meinen Kunden und Kollegen wieder aufmerksam zu. Das Handy bleibt in der Tasche. Einfach, aber effektiv. Nur wer weiß, was sein Gegenüber beschäftigt, kann sich darauf einstellen, und nur dann kann eine produktive Zusammenarbeit zustande kommen.
  2. Ich erledige Aufgaben der Reihe nach. Multitasking gibt es bei mir nur noch in absoluten Notfällen. Wenn die To-Do-Liste mal wieder randvoll ist, ordne ich die Aufgaben nach Dringlichkeit. Unwichtiges muss warten.
  3. Ich mache Pausen. Auch wenn sie sogar gesetzlich vorgeschrieben sind – es ist einfach zu verlockend, die Pause mal schnell zu opfern, um die eine nervige Sache noch fertig zu kriegen. Aber dieser kurzfristige Erfolg ist ein Trugschluss. Auf Dauer zerrt es an unserer Psyche und Leistungsfähigkeit, wenn wir uns bewusste Auszeiten verwehren. 

 

Mit diesen kleinen Tricks schaffe ich es, im Arbeitsalltag wieder gelassener zu sein. Das Erstaunliche ist: Auch wenn ich nicht mehr versuche, 20 Dinge gleichzeitig zu tun, werde ich mit meiner Arbeit fertig. Und im Vergleich zu vorher sogar mit einem Lächeln auf den Lippen und einem wohligen Gefühl im Bauch!