Madame Missou

Durch Standhaftigkeit zu Schlagfertigkeit

Die aufgetakelte Trulla beim Bäcker drängelt sich vor, die gehässige Großtante lässt auf der Familienfeier eine spitze Bemerkung über deine Haare fallen, der Kollege erdreistet sich, über deine neuen Schuhe zu urteilen. Vraiment, diese Situationen kennen wir alle. Wie schön wäre es, in solchen Momenten eine pfiffige Antwort parat zu haben.

Aber die hält es meist wie die deutsche Bahn und kommt zuverlässig fünf Minuten zu spät. Dann ist der Moment verflogen, und wir standen wieder nur stumm dabei. Jetzt ist Schluss damit! Ich zeige dir, wie du mit kleinen Übungen zu mehr Schlagfertigkeit gelangst.

Bevor du schlagen kannst, musst du stehen lernen

Keine Sorge, du sollst nicht wirklich zuschlagen. Keiner verlangt von dir, in einen Boxring zu steigen. Trotzdem beginnt Schlagfertigkeit an einem ganz anderen Punkt, als viele – mich bis vor kurzem eingeschlossen – annehmen. Nämlich beim Körper. Richtig, Schlagfertigkeit ist nichts rein Mentales, sondern hat viel mit Haltung zu tun: Der inneren und äußeren! Besonders deutlich wird das vielleicht, wenn du dich auf ein kleines Gedankenexperiment einlässt. Stell dir eine schlagfertige Person vor. Ich denke da an einen Menschen, der überaus selbstsicher und standhaft ist.

Die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt klar und konkret zu vertreten, ist für eine schlagfertige Person bezeichnend. Und Standhaftigkeit bedeutet: fester Stand. Das ist ja wohl eindeutig etwas Körperliches. Wollen wir also schlagfertig sein, müssen wir erst mal für einen sicheren Stand sorgen. Im wörtlichen und übertragenen Sinne.

Genug der grauen Theorie und auf zur Praxis! Mein Rezept für mehr Standhaftigkeit umfasst drei Zutaten:

  • Balance
  • Reaktionsvermögen
  • Entspannung

 

1. Die richtige Balance finden

Als ich meiner Freundin letztens erzählte, dass eine gute Balance die halbe Miete sei, erntete ich ratlose Blicke: „Wann soll ich das noch machen? Ich habe keine Zeit für Ballett oder Turnstunden.“ Natürlich kannst du versuchen, eine balancefördernde Sportart zu finden, die dir so richtig viel Spaß macht. Roll- und Schlittschuhfahren gehören zum Beispiel dazu. Aber auch Trampolinspringen, Tanzen oder Surfen.

 

Es geht allerdings auch ganz nebenbei. Balanceübungen lassen sich wunderbar in den Alltag einbauen. Mittlerweile gibt es beispielsweise Spielekonsolen, die du mit einem Balanceboard verbinden kannst. Mithilfe eines dazugehörigen Computerspiels trainierst du so mit viel Spaß dein Gleichgewicht. Ich habe mir jetzt so ein Board zugelegt und – oh, là là – war das ein lustiger Mädelsabend neulich!

Natürlich kannst du auch die analoge Variante wählen. Die sogenannten Balance Pads bestehen aus circa zwei Zentimeter dickem Schaumstoff und haben in etwa die Größe eines Zeichenblocks. Wenn du dich auf das Pad stellst, wird dein Gleichgewichtssinn automatisch geschult, da du leicht einsinkst und dich immer wieder ausbalancieren musst. Das kannst du zum Beispiel während des Kochens machen oder, so wie ich, beim Zähneputzen.

2. Das Reaktionsvermögen trainieren

Schlagfertigkeit und Reaktionsvermögen gehen Hand in Hand. Und auch hier hilft uns wieder die sportliche Betätigung. Ich weiß, klingt anstrengend, so viel Sport. Aber ich verspreche dir, es zahlt sich aus!

Sportarten, die das Reaktionsvermögen trainieren, sind zum Beispiel Tennis und Badminton, aber auch Spiele, die ich noch aus meiner Jugend kenne, wie Tischtennis oder Völkerball. Ich weiß, manchmal fehlt einfach jegliche Energie oder die Sportschuhe sind mal wieder verschollen. Auch an solchen Tagen kannst du an deinem Reaktionsvermögen arbeiten: Es gibt mittlerweile wunderbare Computerspiele, die deine Reflexe und Reaktionen trainieren und dabei noch richtig Spaß machen. Game on!

3. Bewusst entspannen

Wer viel leistet, darf auch entspannen. Darf nicht nur, soll sogar! Denn wir können unsere Fähigkeiten nur dann erfolgreich einsetzen, wenn wir nicht durch Verspannungen blockiert werden. Das ist allerdings für viele die schwerste Übung. Ich selbst bilde da keine Ausnahme: Nach einem hektischen Arbeitstag, fällt es mir oft schwer, runterzukommen und loszulassen. Zum Glück gibt es Übungen, die mir dabei helfen.

 

Allen voran natürlich Yoga. Ich mache jeden Tag den Sonnengruß, um meine Muskeln zu lockern. Wenn dir das nicht gefällt, kannst du aus einer ganzen Reihe anderer Kurse und Entspannungstechniken, wie zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, wählen. Schau einfach mal ins Programm deiner örtlichen Volkshochschule. Oder du entspannst mit Musik, beim Malen oder einem Spaziergang. Wichtig ist nur, dass dir deine auserwählte Methode Spaß macht. Nur dann bleibst du regelmäßig dabei und darauf kommt es an.

Das sind sie, die drei Säulen der Standhaftigkeit. Denk dran: Schlagfertige Menschen sind selbstsicher, gefestigt, ausbalanciert! Alors, der erste Schritt zu lockeren, coolen Antworten führt über einen Körper, in dem du dich wohlfühlst.