Madame Missou

Ein neues Jahr – 1.000 neue Möglichkeiten

Hach, ein neues Jahr liegt vor uns wie ein riesiger Ozean voller spannender Chancen, der zum Schwimmen und Tauchen einlädt. Eine schöne Vorstellung, non? Aber manchmal fällt es uns einfach trotzdem schwer, uns auf Neues einzulassen und Altes loszulassen. Ich verrate dir, wie du dich in 2018 für neue Erlebnisse öffnest.  

Bien sûr, Silvester ist traditionell der Zeitpunkt für Reflexion und gute Vorsätze. Die Fernsehsender bringen einen Jahresrückblick nach dem anderen. Pünktlich um Mitternacht schießen wir bunte Silvesterraketen in den Himmel und hoffen, dass mit den bunten Lichtern auch gleich unsere negativen Erfahrungen, Ängste und Fehlentscheidungen im Nachthimmel explodieren. Ach ja, das wäre schön! Aber ganz so leicht ist es nicht. Damit wir befreit ins neue Jahr starten können, müssen wir erst einmal in uns gehen und schauen, wo unser persönlicher Ballast sitzt und wie wir ihn am besten abwerfen können. Also, auf geht’s!

Dinge, die wir lieber in 2017 zurücklassen sollten

Wer kennt es nicht? Ich bin voller Motivation in dieses Jahr gestartet – mehr Sport, endlich mehr Zeit für die Familie und der Umbau meines Cafés. Egal, wie die Ziele aussehen, oft geht uns schon nach ein paar Metern der Strecke die Puste aus. Selbstzweifel klopfen leise an die Tür und flüstern fiese Dinge wie: „Das schaffst du doch eh nicht.“ oder „Och, eigentlich ist dein jetziges Leben doch auch ganz in Ordnung.“ Klar, dass wir mit solchen Weggefährten nicht sehr weit kommen oder die Lust an der Reise komplett verlieren. Unsicherheiten, Strenge mit uns selbst und übertriebener Perfektionismus sorgen dafür, dass wir die guten Vorsätze schnell wieder an den Nagel hängen. Diese Denkmuster sollten wir also schleunigst ablegen. Dafür müssen wir aber erst einmal wissen, woher sie kommen.

„Wir wollen dich nur beschützen.“

Es klingt paradox, aber eigentlich wollen dich diese Gedanken schützen. Sie sind eine Art körpereigener Bodyguard und deswegen fällt es auch schwer, sie zu feuern. Das liegt daran, dass Festhalten am Gewohnten in der Natur des Menschen liegt – loslassen leider nicht. Darauf werden wir schon als kleine Babys geprägt. Wer sich an Maman festhält, gewinnt! Immer, wenn wir also etwas Gewohntes tun, schüttet unser Gehirn Belohnungshormone aus. Wir fühlen uns wohl, sind in der Komfortzone – zumindest für den Moment.

Dabei ist es dem Körper auch erst einmal herzlich egal, ob das Gewohnte gut oder schlecht für uns ist. Neues oder Unbekanntes hingegen frisst unfassbar viel Energie, weil es andere Hirnareale aktiviert. Es wird noch verrückter: Immer, wenn wir uns dazu durchringen wollen, etwas wirklich Grundlegendes in unserem Leben zu verändern, meldet unser Gehirn: Genau jetzt möchte ich aber viel lieber am Alten festhalten! Daher kommen Traditionen wie Abschiedspartys vor einer Weltreise oder auch Junggesellenabschiede. Ein letztes Mal „wie früher“ sein. Alors, Feiern sind ja auch etwas Schönes, das wir gerne aufrechterhalten können und sollen. Wenn es um Dinge wie Rauchen oder mehr Bewegung geht, müssen wir uns dagegen selbst etwas überlisten.

Mal dir die Zukunft in den buntesten Farben aus

Die gute Nachricht zuerst: Alles Neue wird irgendwann auch zur Gewohnheit und damit einfach! Auch ein positives, motivierendes Mindset gehört dazu. Eine gute Möglichkeit, sich das anzueignen: Stell dir vor, wie sich dein Leben positiv verändert, wenn du dich auf das Neue einlässt. Mal es dir bis ins Detail aus, als wär dein Leben ein neuer Kinofilm und du die Produzentin. Was wird mit deinen Rückenschmerzen passieren, wenn du erst einmal regelmäßig zum Yoga gehst? Welche interessanten neuen Leute wirst du dort kennenlernen? Was wirst du konkret mit der Gehaltserhöhung machen?

Umgekehrt stellst du dir nun vor, wie dein Jahr 2018 verlaufen wird, wenn du an den ungeliebten Gewohnheiten festhältst. Ich wette, ich weiß, welcher Film dir besser gefällt. Den spielst du jetzt immer und immer wieder ab, wenn du kurz davorstehst, in alte Denkmuster zu verfallen. Du wirst sehen, schon bald ist dir deine neue Denkweise so in Fleisch und Blut übergegangen, dass du dich wundern wirst, wie du jemals nicht an dich glauben konntest.

Mit diesen positiven Gedanken verabschiede ich mich nun in die Weihnachtspause. Joyeux Noël, wie es in meiner Heimat Frankreich heißt, und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich danke dir von Herzen für deine Unterstützung als treue Leserin in meinem ersten Jahr als Autorin!

Wir hören uns mit frischer Energie und viel Inspiration in 2018 wieder. Ich kann es kaum erwarten!