Madame Missou

Hast du Zeit für Weihnachten?

Weihnachten – Fest der Familie, Liebe und Besinnlichkeit. So habe ich es jedenfalls als Kind noch kennengelernt. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass wir bei all dem Vorweihnachtsstress das Wesentliche aus den Augen verlieren. Statt Zeit mit der Familie zu verbringen, hetzen wir durch überfüllte Kaufhäuser. Muss das sein?

Okay, bien sûr, wer freut sich nicht über einen üppig beladenen Gabentisch an Heiligabend? Die schön verpackten Geschenke unter dem Weihnachtsbaum lassen nicht nur Kinderaugen leuchten. Schwierig wird es aber, wenn es an Weihnachten und in der Adventszeit hauptsächlich darum geht, Wunschlisten abzuarbeiten und durch überfüllte Innenstädte zu wuseln. Geschenke sind eine tolle Möglichkeit, der Familie und den Freunden zu zeigen, dass man an sie denkt.

Allerdings nur, solange sie uns nicht vom Weihnachtsgedanken ablenken: Zeit miteinander zu verbringen. Das ist doch sowieso das kostbarste Gut unseres hektischen Alltags. Gerade an Weihnachten sollten wir uns erinnern, nicht alles auf „Masse“ zu setzen.

Ein paar Zahlen

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich ertappe mich manchmal schon im Juli dabei, die ersten Weihnachtsgeschenke zu planen. Verrückt eigentlich, oder? An Geschenkpapier und Nikolausstrümpfe zu denken, während mir das Eis aus dem Hörnchen auf die Hand tropft. Anscheinend geht es aber nicht nur mir so. Zum großen Fest soll schließlich alles perfekt sein. Das spiegelt sich auch in den hohen Verbraucherzahlen wieder.

Im Jahr 2016 hat jeder Deutsche im Schnitt 280 Euro für Geschenke ausgegeben. Hinzu kommen die 24 Millionen Weihnachtsbäume für unsere Wohnzimmer und unglaubliche 10 Millionen Gänse, die in Deutschland an Weihnachten über die Ladentheke wandern. Und am Ende? Gut die Hälfte der Lebensmittel wird nach Weihnachten weggeschmissen. Und was mit den Bäumen passiert, wissen wir ja spätestens seit IKEAs ikonischer Knut-Werbung. Alors, das ist nicht besonders besinnlich und nachhaltig.

Weihnachten – oder: „Dafür hab ich jetzt keine Zeit.“

Das Ende vom Lied ist: Zwischen Baumkauf, Plätzchen backen und Wohnzimmer dekorieren bleibt uns keine Zeit mehr für Besinnlichkeit und Liebe. Statt gegen Ende des Jahres bewusst zur Ruhe zu kommen, hetzen wir durch Kaufhäuser und schielen schon ängstlich auf die Einladung zur Weihnachtsfeier: „Wichteln auf der Arbeit? Was soll ich denn nur der Kollegin schenken, mit der ich sonst im ganzen Jahr nur drei Worte wechsele? Und für eine Weihnachtsfeier habe ich eigentlich sowieso keine Zeit. An dem Wochenende wollten wir doch mit den Schwiegereltern auf den Weihnachtsmarkt!“

Solche Gedanken hatte ich auch zur Genüge. Deswegen mache ich es dieses Jahr etwas anders.

Bewusst feiern

Das ganze Jahr über ist frau doch schon gestresst genug, oder? Deswegen nutze ich die Weihnachtszeit in diesem Jahr, um mich auf die wirklich wichtigen Aspekte zu konzentrieren: Aufmerksamkeit mir selbst und meiner Familie gegenüber. Wie wichtig diese Aufmerksamkeit für Beziehungen und auch das eigene Selbstwertgefühl ist, habe ich in diesem Blogpost beschrieben.

Mein Plan: Alle vier Adventssonntage habe ich mir bewusst frei gehalten. Keine Termine, keine Verpflichtungen. Dann entscheide ich mit meinen Freunden und meiner Familie, was und ob wir überhaupt etwas unternehmen möchten. Das muss nicht unbedingt etwas Weihnachtliches sein – obwohl ich natürlich nichts gegen ofenfrische Plätzchen einzuwenden habe. Hauptsache, wir nehmen uns Zeit füreinander und gestalten sie bewusst.

Außerdem habe ich mit meinen Liebsten einen „Vertrag“ geschlossen. Jeder darf sich zwei besondere Geschenke aussuchen. Eins darf dabei frei gewählt werden, nach dem bekannten Prinzip. Für das zweite Geschenk haben wir uns etwas Tolles ausgedacht. Es gibt eine große Losbox, die wir mit besinnlichen Geschenkvorschlägen befüllen. Da sind Präsente dabei, die vor allem auf eines abzielen: Zeit miteinander zu verbringen. Erlebnisse wie „ein gemeinsamer Filmabend mit Popcorn“ oder auch „ein Bastelabend zum Thema xy“ und so weiter. Da kann frau herrlich kreativ werden und niemand muss im Vorfeld bangen, ob das Geschenk auch überzeugt. Am Weihnachtsabend zieht dann jeder ein Zettelchen und behält es so lange, bis das Geschenk eingelöst wurde. Ich freue mich schon auf die ganzen tollen Aktivitäten mit meiner Familie und meinen Freunden.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine besinnliche Adventszeit mit deinen Lieben!