Madame Missou

Heiß, kräftig, deftig – köstliche Gerichte für den Herbst

Schnelle, leichte Gerichte haben uns den Sommer versüßt, keine Frage. Doch wenn es draußen stürmisch wird, bricht wieder die Zeit der gemütlichen Abende an. Wohlfühlgerichte bei Kerzenschein und dazu ein Gläschen Federweißer? Klingt das nicht verlockend? Alors, heute stelle ich dir meine Lieblings-Herbstgerichte vor. Regional, frisch und köstlich.

Einen Vorteil hat es, wenn es vor unseren Fenstern abends wieder schneller dunkel wird und wir Sommerkleider gegen Jeans und Mütze tauschen: Wir finden wieder Zeit und Muße für gutes Essen und wohliges Beisammensitzen. Der Herbst bringt nicht nur Wetterumschwünge, sondern auch leuchtende Farben und herrliche Aromen. Zuerst im Wald – und dann auf unserem Teller.

Tarte Flambée oder Flammkuchen – Der Geschmack meiner Heimat

Als gebürtige Französin ist der Flammkuchen eines meiner Lieblingsgerichte. In seiner ursprünglichen Variante mit einer dünnen Schicht Schmand, roten Zwiebeln und Speck ist der Flammkuchen eine Spezialität aus dem Elsass. Sein rauchiger Geschmack erinnert mich an viele Gespräche in der urigen Landhausküche meiner Mutter. Was mir übrigens auch neu war: Früher wurde er genutzt, um die Hitze des Ofens für das Brotbacken zu testen. Der Kuchen wurde vor dem Brot eingeschoben. Je nachdem wie schnell er braun wurde, wusste der Bäcker, ob er noch nachheizen muss. Regarde, so eine Tarte Flambée ist also nicht nur köstlich, sondern auch praktisch!

Zum Flammkuchen passt wunderbar ein Glas Wein – am besten natürlich Federweißer. Wusstest du, dass Federweißer eigentlich gar kein richtiger Wein ist? Er ist noch nicht durchgegoren und stellt eine Zwischenstufe zwischen dem Traubenmost aus hellen Trauben und dem Jungwein dar. Ab einem Alkoholgehalt von vier Prozent darf er dann als Federweißer verkauft werden. Erfrischend leicht und fruchtig!

Kürbis kannst du nicht nur schnitzen …

Ein besonderer Leckerbissen für mich sind Jahr für Jahr die farbenfrohen Kürbisse. Schon der Anblick der orangefarbenen Ballons auf dem Karren ist eine wahre Freude! Jeden Herbst werden in ganz Deutschland Feste und Preisverleihungen rund um das bunte Fruchtgemüse (denn keiner weiß so genau, ob Kürbisse eigentlich Obst oder Gemüse sind) gefeiert. Wenn ich mit meiner Freundin Fabienne zwischen den Ausstellern hin und her schlendere und ausgefallene Kürbiskreationen probiere, komme ich so richtig in Herbststimmung.

Hat der Kürbis meiner Wahl dann den Weg in meine Wohnung gefunden, geht es weiter mit dem Allroundtalent. Schön verziert und ausgehöhlt macht er sich wunderbar als herbstliche oder auch gruselige Halloween-Dekoration. Und das Fruchtfleisch? Das bearbeite ich mit meinem Stabmixer. Zusammen mit etwas Sahne, pürierten Kartoffeln und Gemüsebrühe wird so im Handumdrehen eine leckere Kürbiscremesuppe draus, die Augen und Gaumen gleichermaßen beglückt. Außerdem geht so kein einziges Stückchen Kürbis verloren. Das nenn ich echte Nachhaltigkeit.

Noch eine köstliche Dekoration

In einer schönen Schale angerichtet oder locker auf dem Esstisch verteilt, sorgen sie für ein uriges, herbstliches Ambiente. Geröstet sind sie eine der ultimativen Herbstdelikatessen. Ich spreche natürlich von Kastanien. Leider eignen sich nicht alle Sorten zum Verzehr. Die, die man bei uns gewöhnlich auf den Gehwegen findet, mit der grünen, stacheligen Schale, sind eher etwas für die Wohnzimmerdeko. Macht nichts! Esskastanien, auch Maronen genannt, bekommst du inzwischen in fast jedem Supermarkt. Und das Beste: Sie lassen sich ganz einfach zu Hause rösten. So geht‘s:

  1. Als erstes schneidest du die Schale der Esskastanien an der bauchigen Seite mit einem scharfen Messer kreuzweise ein, bis das Fruchtfleisch sichtbar wird.
  2. Dann den Backofen vorheizen (E-Herd: 200 Grad / Umluft: 175 Grad) und die Maronen mit der eingeritzten Seite nach oben auf einem Backblech verteilen.
  3. Die Maronen circa 20 bis 25 Minuten rösten. Kleiner Tipp: Die Kastanien bleiben frischer, wenn du eine kleine Schale Wasser mit in den Ofen stellst.
  4. Voilà, wenn die Einkerbungen schön aufgesprungen und die Schalen etwas dunkler geworden sind, sind deine Maronen fertig zum Verzehr. Jetzt kannst du sie schälen und genießen.
  5. Bon Appetit!

Und schon hast du einen leckeren, gesunden Snack, der auch noch voller Vitamine und Nährstoffe steckt. Bei mir weckt der wunderbar nussig-süßliche Geruch sofort Kindheitserinnerungen an Jahrmärkte und Familienfeiern. Perfekt für einen gemütlichen Nachmittag, eingekuschelt auf dem Sofa.

Der Wechsel der Jahreszeiten hat also besonders aus kulinarischer Sicht durchaus seine Vorteile. Und falls man sich bei den ganzen Leckereien mal nicht bremsen kann, lassen sich ein paar Extra-Pfunde im Herbst auch viel leichter unter Cardigan und Strickpullover verstecken. Alors, ich verschwinde jetzt in der Küche und röste mir ein paar Maronen!