Madame Missou

„Ich bin toll!“ – Warum du selbst dein größter Fan sein solltest

„Oh là là, was für eine elegante Dame! Und diese Schuhe … ein Traum! Ich wünschte, ich wäre auch ein wenig so wie sie.“ Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Vielleicht wenn du eine Schönheit im Fernsehen siehst? Oder eine strahlende Frau am Nebentisch des Cafés? Aber wann hast du das letzte Mal so gedacht, während du in den Spiegel geschaut hast?

Wenn du überlegen musst, ist es zu lange her! Täglich schauen wir uns um und bewundern diese Menschen, die Selbstbewusstsein und Souveränität ausstrahlen – starke Frauen, die auch noch attraktiv, nett und klug sind. Ich verrate dir ein kleines Geheimnis: Du zählst auch zu diesen Frauen!

 

Was uns zurückhält

Leider ist nur den wenigsten Menschen ein gesundes Selbstbewusstsein in die Wiege gelegt. Meine Freundin Fabienne ist eine dieser glücklichen Personen. Wenn ihr Konfitüre auf die Bluse tropft, deklariert sie das Fleckenmuster als neuen Trend. Wenn sie vor versammelter Mannschaft stolpert und auf die Nase fällt, verbeugt sie sich im Nachhinein und fragt, wer Autogramme möchte. Gut für sie! Wir Normalsterblichen kämpfen dagegen mit unseren Unsicherheiten. Aber – und das ist die gute Nachricht – Selbstbewusstsein lässt sich lernen! Und es ist gar nicht so schwer.

Du brauchst nur ein wenig Geduld und den Willen, dich selbst besser kennenzulernen. Denn um unsere Ängste ablegen zu können, müssen wir natürlich erst einmal wissen, woher sie kommen. Wieso fühlen wir uns oft klein und unbedeutend? Das liegt häufig an dem inneren Kritiker! Er krallt sich in unsere Gedanken und bewertet, wie ein kleiner gemeiner Filmkritiker, alle unsere Taten – und meist alles andere als wohlwollend. Der innere Kritiker ist ein Perfektionist. Geht es nach ihm, machen wir nichts gut, schnell und genau genug. Mon Dieu …

Kritisier deinen inneren Kritiker

Um von dieser Spirale der Selbstabwertung zur Selbstwertschätzung zu kommen, musst du dir bewusstmachen, dass dein innerer Kritiker ziemlich oft danebenliegt. Das Schlimme an ihm ist: Wir haben uns so sehr an die Herabwürdigung und Vorwürfe gewöhnt, dass sie uns meist gar nicht mehr auffallen. Der erste Schritt ist also, zu hinterfragen, was dein Kritiker dir vorwirft und ob er damit wirklich recht hat. Um ihn systematisch zu enttarnen, habe ich mir eine Checkliste angelegt. Die sieht in etwa so aus:

  • Bin ich wirklich zu langsam?
  • Gelingt mir wirklich so selten etwas richtig gut?
  • Würde ich das gleiche Verhalten bei meiner Freundin auch verurteilen?

Ich habe für mich festgestellt, dass ich diese Fragen in den meisten Fällen mit „Nein“ beantworten kann. Mein innerer Kritiker hatte Unrecht! 

Eigenlob tut gut

Uns wurde beigebracht, uns ja nicht selbst zu loben. Das würde arrogant und überheblich wirken. Meiner Meinung nach ist Eigenlob aber sehr wichtig, um dem inneren Kritiker etwas entgegenzusetzen. Und warum sollten wir uns nicht selbst beglückwünschen, wenn wir etwas wirklich gut gemacht haben? Anfangs fühlt sich das mit Sicherheit komisch an. Mir hat es in der ersten Zeit geholfen, so zu tun, als wäre ich selbst meine Freundin.

Stell dir einfach vor, deine beste Freundin hätte ein wichtiges Projekt auf der Arbeit erfolgreich beendet oder auch einfach nur ihre Wohnung toll dekoriert. Was würdest du zu ihr sagen?

„Nächstes Mal achtest du aber bitte darauf, dass die Topfblumen besser aufeinander abgestimmt sind.“ Oder vielleicht eher: „Wow, sieht das toll aus. Du hast wirklich ein Auge für Deko!“ Eben! Genauso wie ein Lob deine Freundin aufmuntert und ihr den Rücken stärkt, wächst dein Selbstbewusstsein auch mit jedem Lob an dich selbst. Und wenn du zufrieden mit dir bist, strahlst du das auch aus!

Alors: Trainier die positiven Gedanken!

Eigenlob hat nichts mit Verschleierung oder Schönmalerei und nur in ganz wenigen Fällen mit Arroganz zu tun. Ich fordere keine Lobhudelei, sondern Fairness dir selbst gegenüber! Wichtig ist, dass wir uns von Miesmachern nicht runterziehen lassen und lernen, zwischen begründeter, hilfreicher Selbsteinschätzung und völlig überzogener, destruktiver Kritik zu unterscheiden. Erstere holt das Beste aus uns heraus während letztere uns klein und schwach macht. Damit ist ab sofort Schluss!

 

Ich denke jetzt viel öfter positiv an das, was ich geschafft habe, lobe mich großzügig, wenn mir ein besonders guter Café au lait geglückt ist oder auch nur, wenn ich morgens im Halbschlaf trotzdem ein pfiffiges Outfit für mich zusammengestellt habe. Schon mit diesem kleinen Trick fühle ich mich viel wohler und Fabienne stellte neulich fest: „Du strahlst so schön!“