Madame Missou

Kalte Jahreszeit – warum es schlimmer sein könnte und was hilft

Ich gebe zu, ich bin eher ein Sommerkind. Wenn draußen die Sonne scheint, blühe auch ich auf. Aber auch der Winter mit seinen frostigen Temperaturen kann schön sein – wenn man weiß, wie man ihn sich schönmacht.

Weißt du, was immer dabei hilft, sich in der eigenen Klimazone wieder so richtig glücklich zu schätzen? Sich bewusst zu machen, dass es Teile auf der Welt gibt, die noch viel mehr mit den Temperaturen zu kämpfen haben als wir. Richtig kalt wird es nämlich nicht nur in Alaska, auch im glamourösen New York sind Temperaturen von Minus 15 Grad keine Seltenheit. Alors, ich stelle dir heute die kältesten Orte der Welt vor und gebe zum Schluss noch Tipps, um schön warm zu bleiben.

1. Das Plateau der Ostantarktis

Okay, bewohnt ist dieser Ort nicht. Das wäre auch gar nicht möglich, denn auf diesem Plateau könnten sich Menschen ohne entsprechende Schutzkleidung gar nicht aufhalten – die Haut würde sofort einfrieren. Selbst ein Atemgerät wäre nötig. Hier wurden Temperaturen von Minus 93,2 Grad Celsius gemessen. Aufgezeichnet wurden diese wahrlich unmenschlichen Temperaturen auch nicht mehr mit einem normalen Thermometer, sondern per Satellit. 

2. Oimjakon, Sibirien

Sibirien … klingt sofort nach Zähneklappern und Eiswüste, non? Stimmt auch. In Oimjakon wurde eine Tiefsttemperatur von Minus 71,2 Grad Celsius gemessen. Aber das Beeindruckendste ist: Hier leben tatsächlich Menschen. Oimjakon ist der kälteste bewohnte Ort der Erde. Eingefrorene Wimpern und Schals, die fast das ganze Gesicht bedecken, sind hier keine Seltenheit. Aber es wird noch besser: Was uns hier in Mitteleuropa ganz normal vorkommt, ist in Oimjakon brisant oder sogar unmöglich. Bestes Beispiel: Normale Toilettenanlagen, wie wir sie kennen, sucht man in dem sibirischen 500-Seelen-Dorf vergeblich. Die Erde ist in solchen Tiefen noch gefroren, dass man Wasserrohre nicht verlegen kann beziehungsweise diese sofort zufrieren würden. Dasselbe Problem stellt sich bei der Landwirtschaft. Deswegen ist Fleisch und Fisch der Hauptbestandteil auf dem Ernährungsplan. Nicht unbedingt ein Ort für Vegetarier also.

3. Snag, Kanada

Das kleine Örtchen in der kanadischen Provinz Yukon gleicht ein wenig einem Geisterdorf. Ursprünglich besiedelt wurde es während der Zeit des Goldrauschs in Amerika, aber nach und nach verschwanden die Glücksuchenden wieder aus dieser unwirtlichen Gegend. Mit Minus 60 Grad ist Snag der kälteste Ort auf dem nordamerikanischen Kontinent. Apropos Geisterstadt: Im Jahr 1950 verschwand bei Snag ein Flugzeug mit 36 Passagieren. Ein Wrack oder Überreste konnten nie gefunden werden …

4. Funtensee, Deutschland

Wer sich eine kleine Erfrischung abholen möchte, muss gar nicht unbedingt weit reisen. Auch in Deutschland gibt es frostige Orte. Zum Beispiel den Funtensee in Bayern. Das Gewässer liegt zwischen zerklüfteten Bergen in einer Art Kessel, der für besondere klimatische Verhältnisse sorgt. Direkt am See liegen die Tiefsttemperaturen bei Minus 45 Grad, aber bereits ein paar Meter weiter beziehungsweise höher kann es fast 30 Grad wärmer sein. Incroyable!

Ein Rezept, das aufwärmt

Nach dieser Aufzählung fröstelt es mich ein wenig, obwohl man sich hier in Deutschland anscheinend wirklich nicht über Kälte beschweren darf – es sei denn, du wohnst am Funtensee natürlich. Trotzdem habe ich hier ein leckeres Rezept für alle, die sich ein wenig aufwärmen möchten – oder einfach gerne Glühwein mögen. Den kann man nämlich ganz wunderbar auch selbst machen.

Der Basiswein sollte am besten trocken oder halbtrocken sein, nicht zu viele Gerbstoffe (Tannine) enthalten und nicht im Eichenfass gereift sein. Das wirkt sich nachher negativ auf den Geschmack aus. Gut eignen sich zum Beispiel Dornfelder, Spätburgunder oder Merlot.