Madame Missou

Keine Angst vorm weißen Blatt

Am 15. November ist der „Ich-liebe-es-zu-schreiben-Tag“. Für mich als Autorin ein gerechtfertigter „Feiertag“, denn Schreiben ist eine der schönsten Nebensachen der Welt. Ich kenne allerdings auch die Kehrseite: Schreibblockaden oder Unzufriedenheit mit dem Geschriebenen. Deshalb verrate ich dir heute meine besten Tricks, um in den Flow zu kommen.

Egal, ob es um eine wissenschaftliche Arbeit, eine E-Mail oder einen ganzen Roman geht. Wenn etwas zu Papier gebracht werden muss oder soll, gibt es wohl kaum etwas Schlimmeres, als ratlos vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen. Vielleicht hast du eine Deadline im Nacken oder von der richtigen Formulierung deiner E-Mail hängt so viel ab, dass du lieber gar nicht erst anfängst. Glaub mir, ich kenne all diese Situationen. Und zum Glück kenne ich ebenfalls ein paar Tricks, um diese Ängste aufzulösen, bevor sie zu viel Schaden anrichten können. Nicht jede Technik liegt jedem Schreiberling, also probier dich einfach aus und schau, womit du am besten zurechtkommst.

Von hier an blind

Gerade bei Schreibprojekten, von denen viel abhängt, haben wir oft Probleme anzufangen. Sei es eine Bewerbung, eine Geburtstagsrede oder eine akademische Abschlussarbeit, wir machen uns viel zu viele Gedanken um jedes Detail und vergessen dabei das wichtigste: Was nicht begonnen wurde, kann auch nicht beendet werden. Hier kann es helfen, wenn du einfach mal deinen Computerbildschirm ausmachst und drauf lostippst. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik sind erst einmal egal.

Hämmer in die Tasten, was dir gerade in den Sinn kommt. Jeder Gedanke, der dir durch den Kopf schießt, wird niedergeschrieben. Setz dir dabei ein Zeitlimit, beispielsweise fünf Minuten. Dann schaltest du den Bildschirm wieder ein und selektierst. Du wirst sehen, mit den ersten niedergeschriebenen Zeilen, wirkt die Aufgabe gleich viel weniger bedrohlich, und die Lust, weiterzumachen, kommt wie von selbst.

Mindmapping

Gerade für große Schreibprojekte hilft es, dir am Anfang einen Leitfaden zurechtzulegen, an dem du dich dann entlang hangeln kannst. So hab ich es auch bei meinen Ratgebern gehalten. Leg dazu eine Mindmap an – entweder klassisch mit Buntstiften und Papier oder auf dem Computer. In der Mitte sollte das Ziel deiner Arbeit stehen, der Titel oder die zentrale Idee. Dann baust du darum die Kapitel und Unterkapitel und verschiedenen Handlungsstränge oder, bei akademischen Arbeiten, Theorien und Studien.

Fang am Ende an

Auch das hier ist eher ein Tipp für längere Texte. Wenn du mal so gar nicht weiß, wie du den richtigen Einstieg finden sollst, dann … lass es einfach! Kurios? Keineswegs. Fang einfach mal beim Ende an. Oder in der Mitte. Du hast eine Idee für einen super Schluss, bist aber erst bei Kapitel 2? Macht nichts! Schreib ihn auf! Das Tolle an Word und Co ist ja gerade, dass wir nicht mehr zwingend chronologisch vorgehen müssen. Ich kenne viele Leute, die nie mit der Einleitung anfangen, sondern diese grundsätzlich zuletzt schreiben. Dann fällt es meist viel leichter.

Und natürlich: Dabei bleiben!

Nicht immer ist der Anfang eines Textes der Übeltäter. Manchmal ist es auch einfach schwierig, dabei zu bleiben. Die Couch lockt, ein Treffen mit den Freundinnen ist angesetzt oder die Lust zum Schreiben lässt schlicht und ergreifend nach. Jetzt heißt es dranbleiben und sich selbst motivieren! Dressier deinen inneren Schweinehund. Zum Beispiel so:

1.) Setz dir konkrete Ziele

„Ich schreibe jeden Tag 400 Wörter.“ So könnte deine persönliche Zielsetzung lauten. Mit „irgendwann“ oder „mal schauen“ lässt du dir selbst einen sehr großen Handlungsspielraum und der führt leider oft überall hin, nur nicht zum Ergebnis.

2.) Visualisier dein Ziel

Warum machst du das Ganze überhaupt? Möchtest du vom Schreiben leben können? Deinen Traumjob ergattern? Oder einen Uniabschluss erhalten? Was wirst du dir gönnen, wenn du mit deiner Arbeit fertig bist? Stell es dir bildlich vor – und dann ran an den Stift!

3.) Such dir Vorbilder

Schon der Gedanke an andere disziplinierte oder erfolgreiche Menschen kann uns einen wahren Motivationsschub verpassen! Denk also im Zweifel einfach an diese eine Freundin, die jeder hat und meistens misstrauisch beäugt: Die, die morgens um sechs Uhr aufsteht, um joggen zu gehen. Einmal so viel Selbstdisziplin aufbringen, das wäre doch wunderbar! Jetzt ist deine Chance gekommen!

Ich hoffe meine Tipps helfen dir bei deinen Schreibprojekten. Voilà, hochmotiviert beende ich diesen Text zum „Ich-liebe-es-zu-schreiben-Tag“!