Madame Missou

So frischst du deine Wohnung auf – Vom Entrümpeln bis zum Farbeinsatz

Kennst du das auch? Du kommst durch die Wohnungstür und irgendwas stört dich. Dabei sieht deine Wohnung aus wie immer … Vielleicht liegt da das Problem. Im Wohnzimmer platzt die Vitrine aus alles Nähten, die Garderobe im Flur ächzt unter der Jackenlast – und die weiße Wandfarbe wirkt auf dich nicht mehr rein, sondern schlicht öde.

Alors, ein Farbklecks hier und dort und ein wenig gezieltes Ausmisten verwandeln dein Heim im Nu wieder in eine frische und angenehme Wohnumgebung. Ich zeig dir, wie du ohne viel Aufhebens die Dinge identifizierst, die deine Wohnung eher verstopfen als schmücken, wodurch du sie ersetzen kannst und welche Auswirkung der Einsatz von Farbe auf deine Stimmung hat.

Wo es Platz für Neues braucht, muss Altes gehen

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde eine vollgestopfte Wohnung gerade im Sommer besonders belastend. Was im Winter vielleicht noch gemütlich wirkte, ist jetzt einfach nur erdrückend. Außerdem findet sich so kaum Platz für die mitgebrachten Souvenirs aus dem Sommerurlaub. Also, ran ans Ausmisten.

Dabei helfen dir die berühmten W-Fragen. Frag dich bei jedem Gegenstand:

 

  1. Warum besitze ich das? Vielleicht hast du dir eine Sache mal zu einem bestimmten Zweck gekauft, mittlerweile erfüllt sie den aber gar nicht mehr. Beliebte Beispiele sind aus der Mode gekommene Dekostücke oder kaputte/ überholte Haushaltsgeräte.
  2. Würde ich mir das heute noch mal kaufen? Wenn nicht: weg damit!
  3. Werde ich das jemals wieder benutzen? Auch hier mischen kaputte Gerätschaften ganz vorne mit. Aber auch Dinge wie lustige Urlaubs-Motto-Shirts oder das Karnevalskostüm aus dem Jahr 1987.
  4. Wann habe ich das das letzte Mal getragen, angesehen oder benutzt?Du weißt es nicht mehr? Und tschüss! Es mag zwar ein bisschen traurig sein, aber in diese Kategorie fallen auch vermeintliche Andenken wie Kinokarten, Theater-Programmhefte oder Geburtstagskarten. Hand auf’s Herz: Wann schaut man sich diese Dinge wirklich mal an?

This goodbye is not forever

Es gibt mit Sicherheit Sachen in deiner Wohnung, die nach dieser radikalen Prüfung gehen müssten. Aber ich kenne es von mir selbst: Manchmal hängt man an Dingen – egal wie nutzlos sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Ich besitze zum Beispiel immer noch mein Jahrbuch aus der 10. Klasse. Und auch wenn ich nur einmal alle fünf Jahre hineinschaue, ich bringe es nicht über mich, es fortzuwerfen.

Zum Glück gibt es einen Mittelweg. Dinge, von denen du dich nicht trennen willst, kannst du übersichtlich, platzsparend und darüber hinaus optisch ansprechend in einer Erinnerungsbox aufbewahren. Das ist ein größerer Karton, bestückt mit vielen kleinen Boxen. In diese legst du deine Erinnerungsstücke und jeweils eine Karteikarte mit Jahreszahl und einem kurzen Text zu dem jeweiligen Stück. Hübsch beklebt wird die Box gleich selbst zur Dekoration.

Farben für’s Wohlbefinden

Du hast das Gefühl, deine Wohnung braucht einen frischen Anstrich? Dann kann es hilfreich sein, vorher einen Blick auf das Feld der Farbpsychologie zu werfen. Nicht umsonst heißt es etwa: „Ich sehe rot!“ oder „Ich werde grün vor Neid.“ Farben und Gefühle sind eng miteinander verknüpft und das können wir uns bei der Wohnraumgestaltung zu Nutze machen.

Blaue Wandfarben eignen sich hervorragend für das Schlafzimmer. Nachgewiesenermaßen haben Blaunuancen eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist und lassen uns so leichter einschlummern. Rot hingegen wirkt anregend und soll die Kreativität fördern, bietet sich also für Büro- und Arbeitsräume gut an. Gelb gilt gemeinhin als kommunikationsfördernd – also vielleicht für die Küche? Es empfiehlt sich übrigens, nie ganze Räume in einer Farbe zu streichen, schon gar nicht, wenn die Farbe sehr knallig oder dunkel ist. Dann braucht sie ein Gegengewicht wie Weiß oder einen Pastellton. Es genügen bereits Akzente, wie eine rote Wand, um den gewünschten Effekt hervorzurufen.

Und wenn du nicht direkt anstreichen möchtest?

Dann kannst du einen ähnlichen Effekt bereits mit Bildern an der Wand oder anderen Wohnaccessoires wie Decken, Kissen und Dekoration in entsprechenden Farben erzeugen. Vor allem Bilder geben Räumen viel Tiefe und dem Auge Beschäftigung – wenn sie richtig aufgehängt werden, bien sûr. Wenn du mich fragst, gibt es nichts Unangenehmeres als ein schief hängendes Bild. Ich habe mir deswegen folgenden Trick bei meiner Freundin Fabienne abgeschaut: Einfach auf der Rückseite des Bildes oben am Rahmen zwei Nägel befestigen und eine dünne Schnur um beide schlingen, die etwas länger ist als die Breite des Bildes. Dann haue ich einen kleinen Haken in die Wand und hänge mein Bild an der Schnur daran auf. Et voilà: Das Bild hängt immer gerade – und wenn nicht, kann ich es ganz einfach verschieben und wieder richten.

Voilà, nun weißt du, was zu tun ist, falls dich spontan die Renovierungswut packt. Leg los und bring Ordnung und Farbe in dein Zuhause!