Madame Missou

Starke Frauen, starke Bücher!

Gibt es etwas Besseres, als auf dem Sofa zu liegen und von dort ganz bequem über den Tellerrand zu blicken? Und ich meine nicht den von meinem Chipsteller. Das einzige, was wir dafür benötigen, ist inspirierende Lektüre! Alors, heute möchte ich mich mit besonderer Literatur beschäftigen – der von starken Frauen.

Ich nutze die Herbsttage immer besonders gerne, um in Buchhandlungen zu stöbern und mich mit einem neuen Lektürevorrat für gemütliche Couchnachmittage einzudecken oder vielleicht auch endlich mal etwas von meinem Stapel ungelesener Bücher (im Fachjargon kurz „SUB“) abzubauen. Gemütlich mit einer Tasse Tee – da kann man wirklich was schaffen. Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse habe ich mich von faszinierenden Autoren-Kolleginnen inspirieren lassen. Von meiner Ausbeute möchte ich dir heute berichten!

Am Anfang stand das Pseudonym

Wenn ich in der Zeit ein wenig zurückblicke – bis ins 19. Jahrhundert – stelle ich fest, dass es für Frauen damals noch unüblich war, Bücher zu schreiben. Dabei können wir das doch so gut! Die berühmten Brontë-Schwestern Charlotte, Emily und Anne, die wir heute für Werke wie JaneEyre feiern, veröffentlichten ihre Bücher Zeit ihres Lebens unter Pseudonymen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Romane unter ihren Realnamen neu aufgelegt. Wenn du also mal ein Buch von Currer (Charlotte), Ellis (Emily) oder Acton (Anne) Bell in der Hand hältst, hast du nicht nur eine seltene Antiquität entdeckt, du weißt auch, wer wirklich dahintersteckt.

Jane Austen hielt es übrigens ähnlich. Sie nutzte kein männliches Pseudonym, sondern veröffentlichte ihre Romane gleich ganz ohne Namen. Lediglich den Zusatz „By a Lady“ („Von einer Dame“) fügte sie hinzu. Mysteriös und charmant zugleich, oder?

Autorinnen international

Auch in meiner Heimat Frankreich gibt und gab es starke Frauen mit einer großen literarischen Begabung. Hast du schon einmal von Colette gehört? Die Gute hielt sich nicht einmal mit einem Nachnamen auf. Aber auch für ihren Vornamen musste sie kämpfen. Ihr Ehemann hatte zwar selbst wenig Talent, erkannte aber die Schreibbegabung seiner jungen Frau sofort und zwang sie, ihre Werke unter seinem Pseudonym „Willy“ zu veröffentlichen. Die Rechte an ihren Romanen sicherte er sich auch gleich. Mon dieu, die Arme! Aber Colette blieb stark, ließ sich scheiden, schrieb weiter, wurde berühmt und bekam am Ende sogar als erste Frau Frankreichs ein Staatsbegräbnis. Respekt! 

Deutschland hat als Land der Dichterinnen und Denkerinnen natürlich auch einiges zu bieten. Denk nur mal an Hedwig Dohm, die sich vehement für Frauenrechte einsetzte oder natürlich an Vorgängerinnen wie die berühmte Anette von Droste-Hülshoff, die als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen und Schriftstellerinnen gilt – auch wenn das zu ihren Lebzeiten teilweise anders gesehen wurde.

Zurück in die Zukunft …

… und damit zu heutigen starken Frauen. Mittlerweile sind Frauen in der Literatur genauso vertreten wie Männer. Ein Glück – und harte Arbeit vieler bewundernswerter Persönlichkeiten! Da fallen mir zum Beispiel meine Autoren-Kolleginnen vom GABAL Verlag ein. In „Leise Menschen – gutes Leben" zeigt Sylvia Löhken beispielsweise, dass für ein glückliches Leben nicht äußere Faktoren, sondern viel mehr die innere Haltung zählt. In diesem Zug erklärt sie, wie Introvertierte mit einem grundlegend anderen Mindset als die lauten Extros, trotzdem – oder gerade deswegen – ein rundum zufriedenes Leben führen können. Inspirierend!

Ein weiterer meiner Lieblinge ist „Ab heute singe ich unter der Dusche“ von Patricia Küll. Mit viel Humor und Scharfsinn erklärt meine Kollegin, wie man sich Leichtigkeit und Freude im Alltag zurückerobert, auch wenn man mal durch stürmisches Gewässer segelt.

Um noch einmal auf mein Eingangsstatement zurückzukommen: Diese Werke sind definitiv geeignet, deinen Horizont zu erweitern! Wenn Sylvia Löhken von den Besonderheiten introvertierter Menschen erzählt, ist das auch für mich als quirlige Person unheimlich spannend. So lerne ich, mich noch viel besser in andere Menschen hineinzuversetzen. Und neue Lebensfreude-Regeln, wie Patricia Küll sie in ihrem Buch präsentiert, sind sowieso immer super. Vielleicht finde ich da ja noch die ein oder andere Anregung für meine eigenen Ratgeber und Blogbeiträge!

Jetzt habe ich mich selbst in Vorfreude geschrieben. Darum fange ich gleich mal mit dem ersten Buch von meinem Stapel an …