Madame Missou

Uns selbst was Gutes tun: Dank Erntedank!

Gestern, am 01. Oktober,  war es wieder soweit: In Deutschland haben wir das Erntedankfest gefeiert. Obwohl es kein staatlicher Feiertag ist, wie etwa in den USA, erinnert uns dieser Tag daran, wie wichtig eine gelungene Ernte auch in Zeiten von Supermarkt und Lieferheld ist – und inspiriert zu leckeren Gerichten!

Die Tradition, höheren Geistern und Göttern für eine gute Ernte zu danken, geht weit bis in das Mittelalter zurück. Bien sûr, damals war eine schlechte Ernte für die Menschen absolut verheerend. Und zwar überall auf der Welt. Deswegen feiert man das Erntefest nicht nur bei uns, sondern auch in Amerika, Asien und natürlich anderen Teilen Europas. Ein wahrhaft globaler Feiertag, obwohl jede Nation ihr eigenes Datum hat.

Wer feiert was?

In Amerika gibt es Thanksgiving, in Japan den „Tag des Dankes für die Arbeit“ und bei uns das Erntedankfest. Klingt alles recht ähnlich, aber ich habe mich gefragt: Ist es wirklich das gleiche Fest? Daher habe ich ein wenig recherchiert: In Amerika geht das Thanksgiving-Fest zurück auf die ersten Einwanderer und die Hilfe der Ureinwohner Amerikas, ohne die die Pilgerväter nicht überlebt hätten. Während das Erntedankfest bei uns eher ein kleiner Feiertag ist, wird er in den USA sogar als wichtigster Familienfeiertag im ganzen Jahr gehandelt. Oh là là!

Der japanische „Tag des Dankes für die Arbeit“ ist eine Mischung aus Erntedankfest und dem bei uns bekannten „Maifeiertag“, also dem Tag der Arbeit, den es so in Japan nicht gibt. Geehrt werden sollen die harte Arbeit der Menschen und die Früchte dieser Arbeit. Metaphorisch und buchstäblich. Eine schöne Idee, wie ich finde!

Hier in Deutschland feiern wir die erfolgreiche Ernte. Und obwohl das Erntedankfest mit dem Christentum verwoben ist, gab es schon lange vorher ähnliche Festlichkeiten. Auch heute muss man nicht besonders christlich sein, um Spaß an den bunten Festumzügen, den herbstlichen Dekorationen oder einfach gutem Essen zu haben. Regionale und saisonale Gerichte stehen wieder hoch im Kurs. Gut so, ist meine Meinung! Und genau diese beiden Komponenten kommen beim Erntedank-Fest besonders zur Geltung.

Gute Ernte? Gesunde Gerichte!

Das fröhliche Herbstfest erinnert mich aber nicht nur daran, dankbar für alles zu sein, was ich habe, sondern auch daran, wie wichtig gesundes und frisches Essen ist. Es wäre doch zu schade, wenn die ganzen frischen Gemüsesorten nur als Pizzabelag enden würden. Deswegen nehme ich das Erntedankfest auch als Anlass, mich gesünder zu ernähren.

Bevor der Winter mit schwerer (wenn auch leider unglaublich leckerer) Kost aufwartet, ist jetzt noch einmal Zeit, unserer Verdauung und damit unserem Körper etwas Gutes zu tun. Der Darm besitzt nämlich so etwas wie ein zweites Gehirn. Er reguliert nicht nur die Nährstoffaufnahme, sondern ist auch für das Immunsystem und sogar unsere Gefühlslage verantwortlich. Incroyable, non? Umso wichtiger, dass es ihm gut geht. Und dafür sorgen wir am besten mit ausgewogener und erntefrischer Kost, wie es sie in der goldenen Jahreszeit im Überfluss gibt. Ein Glück!

Mein Lieblingsrezept für das Erntedankfest: Bratkartoffeln mit Kürbis und ein frischer Salat

Auch wenn es in Deutschland eher unüblich ist, das Erntedankfest groß zu feiern, habe ich es zur Tradition gemacht, jedes Jahr ein besonders leckeres und frisches Gericht zu Ehren dieses Tages zu kredenzen. Schließlich muss man die Feste feiern, wie sie fallen! Und eine gute Ernte ist wirklich ein wunderbarer Anlass für eine Genießerin wie mich. Zum Herbst passen besonders gut Früchte und Gemüse wie Apfel, Kürbis und Kartoffel. Deshalb schöpfe ich hier für mein Erntedank-Gericht aus dem Vollen:

Für fünf Portionen brauchst du:

  • 600g festkochende Kartoffeln
  • 250g HokkaidoKürbis
  • 1 Zwiebel
  • 40g Speck
  • etwas Butter
  • 3 Äpfel
  • 2 Karotten
  • 3 EL Zitronensaft
  • eine Prise Salz und Zucker
  • optional: Walnüsse

Für die Kartoffeln:

Zunächst die ungeschälten Kartoffeln circa 20 Minuten lang kochen, dann pellen und abkühlen lassen. Währenddessen den Kürbis aushöhlen und entkernen und diesen zusammen mit der Zwiebel in dünne Scheiben schneiden. Die Butter in einer Pfanne erhitzen. Anschließend die Kartoffeln ebenfalls in Scheiben schneiden und bei starker Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Erst wenn die Kartoffeln schon eine Grundbräune haben, die Zwiebeln, den Speck und zum Schluss die Kürbisscheiben hinzugeben und alles gut durchschwenken.

Für den Salat:

Die Äpfel und Möhren mithilfe einer großen Reibe klein raspeln. Kleiner Tipp: Nimm ruhig die grobe Seite der Reibe. Nur so wird dein Salat nachher richtig schön saftig. Zitronensaft mit Salz und Zucker vermengen und unter den Salat mischen. Das erhält die kräftige Farbe und verleiht zusätzlich Geschmack. Wenn du magst, kannst du jetzt noch Walnüsse hinzugeben. Für den extra Knusper-Effekt.

Schön angerichtet ist das für mich ein Gourmet-Herbstessen. Ich lade meine Freunde ein und wir verbringen einen herrlich herbstlichen Abend zusammen! Und dazu: ein wunderbares Menü dank Erntedank! Lass es dir schmecken!