Madame Missou

Wie dein Leben besser wird als auf Instagram

Deine Freundin ist auf einem Konzert, der ehemalige Kollege entspannt unter einem Palmenwedel und die Cousine dritten Grades ist befördert worden. Für diese Infos müssen uns die Personen nicht einmal anrufen. Wir bekommen sie frei Haus auf das Handydisplay. Ich zumindest ertappe mich in solchen Situationen manchmal bei der Frage: Und ich?

Social Media - Pro und Contra

Bien sûr, soziale Medien sind ja schon etwas Tolles. Wir können mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben, sehen, was unsere Freunde und Verwandten so treiben und witzige Videos sind auch hin und wieder dabei. Soweit die Vorteile von Instagram, Facebook und Co. Aber ich finde, die Medaille hat zwei Seiten. Früher hab ich mich am Wochenende einfach gerne mit einem guten Buch auf das Sofa gekuschelt und die Welt um mich herum vergessen. Das ist jetzt gar nicht mehr so leicht. Ständig blinkt mein Handy und teilt mir mit, was für ein aufregendes, abwechslungsreiches Leben andere führen.

Manchmal fühle ich mich da regelrecht unter Druck gesetzt. Was ist schon der neue Dan Brown gegen ein Wochenende in Paris? Sollte ich nicht auch etwas unternehmen? Aktiver sein? Etwas tun, das einen Post wert ist? Arrêt! Der Herbst ist eine Zeit der Veränderung, aber auch der Besinnung auf sich selbst. Deswegen habe ich ihn für eine kleine Bestandsaufnahme genutzt.

Schöner, besser, exotischer – und was ist mit dir?

Als ich meiner Freundin Fabienne vor ein paar Wochen mal gestand, dass ich keine Lust hatte, am Wochenende in die „neue trendige Bar“ zu gehen, sondern lieber meinen neuen Badezusatz und den französischen Wein des letzten Sommerurlaubs testen würde, sah sie mich ein wenig mitleidig an. Sofort fühlte ich mich schlecht. Fabiennes Reaktion war garantiert nicht böse gemeint und trotzdem hatte ich das Gefühl, etwas falsch zu machen. Ich war schon drauf und dran, doch zuzusagen, als etwas Seltsames passierte: Meine innere Stimme meldete sich zu Wort und fragte: Wieso? Was ist falsch daran, den Abend allein zu Hause verbringen zu wollen?

Also habe ich auf mich selbst gehört, mich in die Badewanne gelegt und nachgedacht: Wird vieles von dem, was wir tun, nicht eigentlich von außen an uns herangetragen? Warum ist es besser, in eine Bar zu gehen, als in der Badewanne zu liegen? Nur wegen der Likes auf irgendeiner Plattform? Was befürchte ich, zu verpassen? Wie komme ich also los von dem künstlichen Druck, der mich auf Dauer nicht glücklich macht und finde wieder heraus, was mir wirklich guttut? Der Schlüssel heißt Achtsamkeit!

Und jetzt? Alles was du willst!

Versteh mich bitte nicht falsch: Wenn du ein richtiges Partytier bist, das nichts lieber tut als auszugehen, dann tu das bitte! Mir geht es generell darum, dass wir wieder mehr das machen, was wir wollen und nicht das, was andere von uns erwarten. Wir müssen es nicht allen recht machen, auch den sozialen Medien nicht. Das geht auch gar nicht. Achtsamkeit uns selbst gegenüber ist eigentlich keine Zauberei, aber im Alltagsstress vergessen wir leider manchmal, uns bewusst auf uns selbst zu konzentrieren. Alors, hier habe ich ein paar Fragen für dich, mit deren Hilfe du feststellen kannst, wie achtsam du bereits bist.

  1. Bin ich zufrieden mit meinem Körper, auch wenn er keinen Modelmaßen entspricht?
  2. Kenne ich meine Stärken und setze sie bewusst ein?
  3. Gönne ich mir regelmäßig Pausen und Ruhephasen?
  4. Höre ich auf die Signale meines Körpers?
  5. Ernähre ich mich gesund und ausgewogen?

Wenn du mehr als die Hälfte dieser Fragen nicht klar bejahen kannst, solltest du dir und deinen Bedürfnissen in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken. Leichter gesagt, als getan? Stimmt! In meinem Ratgeber stelle ich dir einige praktische Tipps für die Umsetzung im Alltag vor.

Der Herbst: Die Jahreszeit der Veränderung und Achtsamkeit

Jetzt möchte ich dir noch ein paar meiner liebsten Herbstaktivitäten vorstellen, die nicht nur super zur Jahreszeit passen, sondern auch unser Bewusstsein für uns selbst stärken:

1.) Mach einen ausgedehnten Spaziergang – alleine: Sich unter freiem Himmel zu bewegen, die frische Luft zu atmen und den Wechsel der Jahreszeiten hautnah zu erleben, ist eine ganz besondere Erfahrung, die du mit niemand anderem teilen musst. Gerade die leichte körperliche Anstrengung bringt unsere Gedanken und Fantasie in Schwung und lässt dich nachhaltig Abschalten.

2.) Koch etwas, worauf du richtig Lust hast: Schluss mit Kalorienzählen oder Low Carb. Bereite dir einfach mal ein Gericht zu, das dich so richtig glücklich macht. Soul Food eben – Essen für die Seele. Und das Wichtigste dabei: Es muss nicht hübsch aussehen für Instagram. Diese Mahlzeit ist für dich – nicht für die Internetgemeinde.

3.) Achtsamkeit zwischendurch: Auch für kleine Übungen mittendrin ist der Herbst prima geeignet. Nimm dir morgens bewusst fünf Minuten Zeit, um die würzige Herbstlust tief einzuatmen. Erinnere dich zwischendurch immer wieder daran, Gedanken zu Ende zu denken. Entdecke bewusst alles, was die Natur dir im Herbst zu bieten hat: bunte Blätter, Pilze, aufgeweckte Eichhörnchen, goldene Farben.

Egal, für welche Methode du dich entscheidest. Wichtig ist am Ende nur, dass du es für dich selbst tust. Deswegen wiedersteh ruhig mal dem Drang, alles auf Instagram oder Facebook zu teilen. Der Wert einer Tätigkeit lässt sich nicht in Likes messen, sondern nur an deinem eigenen Wohlbefinden.