Madame Missou

Advent, Advent … 28 Lichtlein brennen?

Alors, liebe Leserin, du fragst dich sicher, ob ich mich verzählt habe, am Sonntag ist doch erst der dritte Advent. Ich kann dich beruhigen: Das kleine 1x1 hab ich noch parat. Mir geht es heute um die Herkunft des Adventskranzes und um den allerersten – und der hatte eine Menge Kerzen.

Adventszeit – Glühwein, Lichterketten, Besinnlichkeit und im Zentrum vieler Wohnzimmer? Der Adventskranz. Aber woher kommt dieser weihnachtliche Brauch eigentlich? Ich habe ein wenig recherchiert, damit wir in diesem Jahr alle wissen, warum wir an jedem Sonntag ein weiteres Lichtlein anzünden.

„Wann ist es denn endlich soweit?“

Kinder freuen sich auf Weihnachten und können es kaum abwarten – das war schon immer so. Auch 1839 in einem Waisenhaus in Hamburg. Der Leiter des „Rauhe Haus“, Johann Hinrich Wichern, wollte seinen Kindern mit dem Kranz die Wartezeit versüßen und gleichzeitig aufzeigen, wie viele Tage bis zum Heiligen Abend noch übrig sind. Er schnappte sich ein altes Wagenrad und befestigte 28 Kerzen darauf. 24 kleine rote für die Werktage und vier dicke weiße für die Adventssonntage. Diesen Kranz hängte er anschließend im Waisenhaus auf.

Der Siegeszug des Adventskranz beginnt

War der Kranz am Anfang noch recht schlicht, begann Wichern nach einigen Jahren, ihn zusätzlich mit Tannengrün zu schmücken. Er war so begeistert von seiner Idee und von der Tatsache, dass der Kranz bei den Kindern und Jugendlichen für noch größere Vorfreude und leuchtende Augen sorgte, dass er allen in seiner Kirchengemeinde davon erzählte. Und die wiederum ihren Freunden und so weiter …

Zuerst sprangen die evangelischen Gemeinden auf den Trend auf, im Jahr 1925 dann auch die ersten katholischen. Ein Problem stellte sich allerdings: Die meisten Familien hatten schlicht keinen Platz für einen Adventskranz mit 28 Kerzen und gut zwei Metern Durchmesser. Also mussten die „unwichtigeren“ Werktage weichen. Übrig blieb ein Kranz mit vier großen Kerzen, der problemlos auf die meisten Wohnzimmertische passt.

Adventskranz selbst gemacht

Heute gibt es natürlich ganz viele verschiedene Kränze: klassisch mit Tannengrün, aus Chrom und Metall oder sogar Kränze, die keine Kränze sind, sondern längliche Weihnachtsgestecke. Wenn du in der Adventszeit selbst kreativ werden willst, liebe Leserin, kannst du deinen Weihnachtskranz auch ganz leicht selbst basteln. Alles, was du beispielsweise für einen klassischen benötigst, sind ein Strohkranz, eine Gartenschere, Blumendraht, Tannengrün, vier Kerzen und natürlich die Deko-Elemente, mit denen du individuell deinen Kranz verschönern möchtest (getrocknete Orangen, Tannenzapfen, Christbaumkugeln, etc.).

Nun wickelst du das Tannengrün Zweig für Zweig um den Strohkranz und zwar so, dass nirgendwo mehr unschönes Gelb hindurchblitzt. Achtung: Wickel das Grün so, dass die Unterseite des Kranzes frei bleibt, sonst ist dein Kranz später zu wackelig. Die Kerzen befestigst du, indem du ein Stück dicken Draht abschneidest, ihn über einer Kerzenflamme erhitzt und anschließend in den Boden der Adventskerze bohrst. Das machst du pro Kerze vier bis fünf Mal. Die andere Seite der Drähte wickelst du nun um deinen Kranz – also: Sei großzügig bei der Länge deiner Drähte. Damit wäre die Basisversion deines Adventskranzes fertig. Die Dekoelemente bringst du nun ganz nach Belieben mit zusätzlichem Draht (oder einer Heißklebepistole an). Hier kannst du auch eventuelle Lücken im Grün kaschieren. Et voilà, fertig ist dein Kranz. Und vielleicht hast du ja auch genug Platz für ganze 28 Kerzen.

Ich wünsche dir und deinen Liebsten auf jeden Fall eine wunderschöne Adventszeit, ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.