Madame Missou

„Als Geschenk verpacken?“ „Ja, gerne. Es ist für mich!“

Na, liebe Leserin, klingt dieser Satz auch in deinen Ohren komisch? Kein Wunder, denn während wir unseren Lieben gerne und oft etwas schenken, vergessen wir uns selbst dabei schon mal. Bien sûr, das sollten wir ändern!

Ach ja, der Valentinstag – Feiertag der Verliebten. Zeit für Rosensträuße und Schokopralinen. Aber wieso beschenken wir an diesem Tag eigentlich stets andere Menschen? Keine Frage! Dem Partner oder der Partnerin Aufmerksamkeit entgegenzubringen und die Liebe hier und da mit kleinen Freuden zu bereichern, ist eine tolle Sache. Allerdings darf und soll auch mal etwas für uns selbst herausspringen. Denn die Liebe zu dir selbst ist ebenso wichtig wie die Liebe zu anderen. Deswegen plädiere ich dafür: Pack dir dieses Jahr am 14. Februar mal ganz bewusst selbst ein liebevolles Päckchen. Klingt ein wenig egoistisch? Ist es aber gar nicht.

Selbstliebe = Selbstverliebtheit?

Der Grund, aus dem wir mit dem Wort „Selbstliebe“ eher etwas Negatives verbinden ist der, dass es häufig mit dem Wort „Selbstverliebtheit“ verwechselt oder aber synonym gebraucht wird. Dabei sind das ganz unterschiedliche Dinge! Bei der Selbstliebe geht es gar nicht darum, sich selbst als unfehlbare und wahnsinnig tolle Person darzustellen, sondern, ganz im Gegenteil, sich mit allen Fehlern, Ecken, Kanten anzunehmen. Deiner besten Freundin verzeihst du ihre liebgewonnen kleinen Macken doch auch ruckzuck, oder? Genau das ist auch der Kern der Selbstliebe.

Zugegeben, sich selbst so richtig lieben zu lernen ist sicher kein leichter Prozess, der sich mal eben an einem Abend abfrühstücken lässt. Selbstliebe braucht Zeit und das ist in Ordnung. Fang einfach mal mit kleinen Dingen an: Statt zum Beispiel morgens im Spiegel routiniert nach neuen Falten zu suchen, konzentrier dich auf Etwas, das dir gut gefällt. Klare Augen, voluminöse Haare, reine Haut vielleicht? Wenn du nicht sofort etwas finden kannst, dann frag ruhig deine Freundinnen. Wie gesagt, zu anderen sind wir grundsätzlich gnädiger – und eigentlich auch viel gerechter.

Stell dir vor, du wärst deine beste Freundin

Dieser Leitsatz hilft tatsächlich. Wenn du mal wieder frustriert bist, weil dir etwas nicht sofort gelingt oder du mit Argusaugen nach dieser einen kleinen Problemzone an deinem Körper suchst, dann nimm dich einen Moment zurück und frag dich: Was würde ich meiner besten Freundin jetzt sagen? Und? Schon milder gestimmt?

Ein weiteres wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist Respekt – die beiden gehören zusammen wie Pech und Schwefel, Liebe und Respekt, Respekt und Liebe. Deinem Freund, deiner Freundin, deiner Maman – sicherlich bringst du ihnen Respekt entgegen, zwingst sie nicht zu Dingen, die negative Folgen für sie haben und tust auch nichts, was ihnen schaden könnte. Aber wie sieht es bei dir selbst aus? Ganz banal gesagt: Wenn dir nach einem Tag auf High Heels stets alles weh tut, dann trag doch einfach Sneaker! Du wirst trotzdem fabelhaft aussehen – und dich viel wohler fühlen! Auch das ist eine Form von Respekt.

Das gönn ich mir jetzt

Zurück zum Valentinstag: der perfekte Anlass, um sich der Selbstliebe etwas mehr zu widmen, wie ich finde. Also kauf deinen Liebsten ruhig eine Kleinigkeit, aber denk dabei auch an dich. Der Schokokuchen sieht so herrlich saftig aus? Her damit! Ein Spaziergang an der frischen Luft wäre jetzt genau das Richtige? Dann lass die olle Wäsche liegen und raus in die Welt mit dir! Es sind die kleinen Dinge, die Wertschätzung deutlich machen und das gilt vor allem auch für die kleinen Dinge von dir für dich.