Madame Missou

Am Ende weiß sie es doch am besten …

Lange hat es gedauert, das einzusehen. Alors, wenn wir ganz ehrlich sind, hat Mama doch eigentlich immer recht behalten, oder? Egal, ob es um den Regenparka ging oder um den ersten Freund. Was ich von meiner Mutter gelernt habe, erfährst du heute in meinem Blog.

Na, liebe Leserin, ist die Schokolade schon gekauft und der Blumenstrauß gepflückt? Falls nicht, wird es höchste Zeit, dass du dich in den nächsten Geschenkladen aufmachst (oder selbst kreativ wirst). Denn am Sonntag ist Muttertag. Und eigentlich bräuchte es doch mindestens eine Mutter-Woche, um uns für all die guten Ratschläge und Tipps zu bedanken, die wir von Maman im Laufe der Zeit so erhalten haben, non?

Auch wenn ich es damals meist nicht wahrhaben wollte, meine Mutter hat öfter Recht gehabt als mir lieb war – und mittlerweile bin ich ihr unheimlich dankbar dafür. Hier kommen einige der Tipps, die im Hause Missou von Generation zu Generation weitergegeben wurden und die ich dir nicht vorenthalten will.

Nein sagen

War es nicht gemein, wenn einem der Schokoriegel vor dem Abendessen verweigert wurde? Oder Mama einen nicht um 23 Uhr abends von einer Freundin abholen wollte, obwohl sie doch offensichtlich nichts Besseres zu tun hatte? Ein „Nein“ zu hören kann hart sein – aber noch viel härter ist es manchmal, eins auszusprechen. Trotzdem ist das extrem wichtig, um die innere Balance zu erhalten. Natürlich soll frau offen und hilfsbereit durchs Leben gehen, aber hin und wieder ist es ein schmaler Grat zwischen Hilfsbereitschaft und sich-ausnutzen-lassen. Bevor du das nächste Mal „Ja“ zu Mehrarbeit sagst – oder auch nur zu der Frage, ob du jemanden vom Flughafen abholen kannst – halte kurz inne und hör in dich hinein. Hast du noch Kapazitäten? Wenn nein, dann nein.

Lob statt Kritik

Je jünger wir sind, desto überschwänglicher werden wir mit Lob überhäuft. Am Anfang genügen bereits die ersten tapsigen Schritte für wahre Freudenausbrüche der Eltern. Später, wenn die Kinder in der Schule sind, wird jedes gemalte Bild und jedes geschriebene Wort honoriert. Und wenn wir erwachsen sind und unsere Eltern nicht mehr jeden Tag um uns haben? Dann sollten wir selbst diese Aufgabe übernehmen! Anstelle des Lobs rückt dann aber häufig Kritik an den Platz des täglichen Begleiters. Der innere Kritiker, den jede von uns hat, ist ein Perfektionist. Nichts ist ihm gut, schnell, schön genug. Mit dem Ergebnis, dass sich unsere Motivation immer mehr in ihr Schneckenhaus zurückzieht. Dem sollten wir entgegenwirken! Wann immer wir eine Aufgabe abgeschlossen haben, können wir uns guten Gewissens loben. Auch wenn es nur in Gedanken ist. Und keine Sorge: Nichts muss perfekt sein! Ich bin es nicht, dein Chef ist es nicht, die Welt ist es nicht und du bist es auch nicht – ist doch perfekt!

Such und sei ein Vorbild

Leichter gesagt als getan, non? Aber keine Sorge, der zweite Punkt erledigt sich meist von ganz allein. Denn obwohl wir unsere eigenen Vorzüge oft nur schwer erkennen, anderen fällt das meist ganz leicht. Wenn ich dich jetzt frage, was du an deiner besten Freundin so toll findest, könntest du mir sicher auch aus dem Stegreif zehn Punkte nennen, oder? Wer weiß, vielleicht haben deine Freunde dich ja in gewissen Situationen schon als Vorbild genommen.

Mindestens ebenso wichtig ist es aber, dass du dir eigene Vorbilder suchst. An ihnen kannst du dich in Situationen orientieren, die dir selbst vielleicht schwerer fallen. Meine Mutter ist zum Beispiel mein absolutes Vorbild, wenn es um das „Selbstbewusstsein“ geht. Sie hat eine klare eigene Meinung zu fast jedem Thema und die vertritt sie ohne zu zögern. Dabei kann sie aber durchaus einsehen, wenn sie einen Fehler gemacht hat – und auch hier geizt sie in dem Fall nicht mit Entschuldigungen – aber, wie bereits erwähnt, kommt das bei Maman komischerweise relativ selten vor.

Ich wünsche euch allen einen tollen Muttertag im Kreise euer Liebsten, egal ob als Mutter oder Tochter.