Madame Missou

„Da musst du mal Papa fragen.“

Alors, liebe Leserin, wie oft haben wir diesen Satz früher gehört? Und wie oft war genau das die beste Sache der Welt: Papa fragen! Egal, ob es um Hilfe bei den Matheaufgaben oder den Aufbau des IKEA Regals ging. Was ich sonst noch von meinem Vater gelernt habe, erzähl ich dir heute in meinem Blog.

Vor ein paar Wochen habe ich darüber geschrieben, was ich alles von Maman gelernt habe. Und obwohl das schon eine ganze Menge war, ergeben nur zwei Hälften ein Ganzes. Denn immer wieder gab es auch Situationen und Bereiche im Leben, wo Papa der bessere Ansprechpartner und Ratgeber war. Da ist der Vatertag am 30. Mai doch genau der richtige Anlass, um sich noch einmal daran zurück zu erinnern, was wir alles von dem ersten Mann in unserem Leben gelernt haben. Die wichtigsten Tipps, die mein Papa mir mit auf die Reise gegeben hat, gebe ich heute voller Liebe an dich weiter.

Ordnung ist das halbe Leben

Ich weiß nicht, wie es bei dir war, liebe Leserin. Aber bei mir war Maman eher für die philosophischen Fragen des Lebens zuständig, während mein Vater praktisch orientiert war. Dazu zählte auch seine Devise: 'Gut aufgeräumt ist halb gefunden.' Wenn mein Zimmer also mal wieder einem Schlachtfeld glich, war es mein Vater, der mich zum Aufräumen animiert hat. Und auch wenn es damals nichts Schlimmeres gab, als vor dem Zu-Bett-Gehen noch die circa 40 sorgfältig über den gesamten Boden verteilten Spielsachen zu verstauen, heute bin ich froh, dass er mir einen Sinn für Ordnung vermittelt hat. Und mit seinen Tipps macht Aufräumen und Ausmisten sogar Spaß.

Auf Wiedersehen, Aufschieberitis!

Das war der Lieblingstipp von Papa: Wenn du etwas benutzt hast, lass es nicht liegen, sondern räum es sofort wieder weg. Was banal klingt, ist im Alltag oft schwierig. In der Küche fliegen die Gewürze auf der Arbeitsplatte herum, im Bad stehen fünf angebrochene Cremé-Dosen und vom Schreibtisch will ich gar nicht erst anfangen. Dabei ist es eigentlich leicht: Sobald du mit einer Sache fertig bist, verstau alle Dinge wieder dort, wo sie hingehören. Und einmal die Woche gehst du mit kritischem Blick durch die Wohnung und sammelst die Ausreißer ein, die sich trotzdem noch nicht an ihrem Stammplatz befinden. Ein guter Trick: Stell dir vor, du wärst ein Fremder, der deine Wohnung zum ersten Mal betritt. Du wirst dich wundern, welche Ungereimtheiten dir dabei so auffallen.

Alles hat seinen Platz

Der zweite Tipp schließt sich direkt an den ersten an. Denn natürlich kannst du nur Gegenstände richtig wegräumen, wenn auch alles einen eigenen Platz hat. Vorräte wie Konserven, Nudeln etc. sollten in der Küche ein festes Regal haben und nicht auf der Arbeitsfläche oder dem Tisch beheimatet sein. Und gerade auf dem Schreibtisch hilft ein festes Ablagesystem, wuchernden Papierstapeln vorzubeugen. Richte ein Fach für Rechnungen und eingehende Post ein und beschrifte Ordner für erledigten Schriftverkehr. So findest du später auch alles mit einem Handgriff wieder.

Den digitalen Schreibtisch nicht vergessen

Auch was die vielen digitalen Helfer angeht, hatte mein Papa stets die Nase vorn. Und egal, wann ich mich an seinen Computer schlich, die Ordnung war stets schon vor mir da. Keine achtlos erstellten Ordner auf dem Desktop oder kryptisch benannten Dokumente. Gerade jetzt, wo wir uns immer öfter auf unsere Computer verlassen und vieles einfach direkt digital regeln, sollten wir auch hier ein System etablieren. Mein Papa macht es zum Beispiel so: Jedes Mal, wenn er den Computer hochfährt, nimmt er sich einen Ordner oder eine Datei vor und überlegt, ob er den Inhalt noch braucht. Wenn nein: weg damit! Wenn ja, überlegt er sich, wie und wo er die Informationen so abspeichert, dass er sie beim nächsten Mal schnell findet. Typische Dateien, die unsere Festplatte verstopfen, sind zum Beispiel: heruntergeladene Bilder, alte Anschreiben, veraltete Lebensläufe, Screenshots oder auch ganze Programme, die in grauer Vorzeit mal einem Zweck gedient haben, die wir aber seitdem nicht mehr angerührt haben.

Alors, ich hoffe mit diesen Tipps startest du gut aufgeräumt in den Vatertag. Ich wünsche euch einen wunderschönen Feiertag!