Madame Missou

Der Januar ist schlecht für gute Vorsätze

Vraiment, liebe Leserin, bestimmt kennst du auch Gedanken folgender Art: „Ab Januar werde ich …“ „Im nächsten Jahr fange ich an …“ und so weiter. Gute Vorsätze haben Hochkonjunktur. So weit so gut, aber ich sehe zwei große Fragezeichen: Wie schafft man es, Ziele auch zu erreichen? Und warum überhaupt bis Januar warten?

Der Januar scheint ein fast magischer Monat zu sein. Schon Hermann Hesse sagte: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ So ist es offenbar erst recht beim Jahresanfang. Da beginnt ja auch etwas ziemlich Großes. Ein ganzes neues Jahr liegt unbeschrieben vor uns wie ein Blatt Papier.

Alors, viele, mich bisher eingeschlossen, glauben, das ist der perfekte Zeitpunkt, um die lang gesteckten, gehegten und gepflegten Ziele endlich anzugehen. Aber wieso eigentlich? Eigentlich könnte es doch rein objektiv gesehen fast kein schlechteres Datum geben, non? Frau ist vielleicht noch ein wenig angeschlagen von der Nacht zuvor, draußen ist es kalt und ungemütlich und wenn wir ganz ehrlich sind, ist so ein neues Jahr doch sowieso schon aufregend und spannend genug. Wieso sollten wir also warten bis zum 1. Januar, um unsere Ziele endlich anzugehen – und auch zu erreichen? Deswegen habe ich heute schon ein paar Tipps zur Zielerreichung für dich. Und das Beste? Du kannst sofort loslegen, wenn du magst.

Auch die längste Reise beginnt mit einem Schritt

Eigentlich ist das Warten auf den Januar doch nichts weiter als allgemein akzeptierte Aufschieberitis, oder? Statt sofort mit mehr Sport zu beginnen, die Eltern öfter zu besuchen oder sich endlich auf den wirklich spannenden Job zu bewerben, warten wir lieber und schieben es auf die lange Bank. Das zu erkennen, ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung! Denn ständiges Aufschieben kann auf Dauer auch sehr belastend sein. Klar, wenn wir nie etwas von der To-do-Liste streichen können.

Was hilft, endlich ins Tun zu kommen, ist, anzufangen ohne anzufangen. Das funktioniert so: Dein Ziel ist es, mehr Sport zu machen? Dann bereite alles für deinen morgigen Lauf vor. Kauf dir schicke neue Schuhe, leg dir die passenden Laufsachen zurecht, stell dir eine Playlist zusammen, überleg dir eine Route. Mach wirklich alles, außer wirklich Sport. Wenn du dann abends ins Bett gehst, hast du die erste Hürde schon genommen – und wenn die Laufsachen dich so anlächeln, ist es fast unmöglich, den Sport weiter vor dir herzuschieben. Vielleicht passiert sogar etwas ganz Ungewöhnliches und du freust dich ein wenig darauf?

Schön eingerichtet ist halb gearbeitet

Falls deine Ziele eher akademischer Natur sind, zum Beispiel endlich die blöde Ablage machen, E-Mails beantworten, die Hausarbeit schreiben, ist es wichtig, dass dein Arbeitsumfeld passend eingerichtet ist. Das Büro in deiner Wohnung, selbst wenn es nur ein Schreibtisch ist, sollte weder zur Ablenkung noch zu Entspannung verleiten, sondern eben zum Arbeiten. Das Schlafzimmer ist also tendenziell eher ein schlechter Ort, denn hier sollst du bewusst abschalten und runterfahren. Wenn dein Platz es ist nicht anders zulässt, kannst du mithilfe eines Raumtrenners dein Schlafzimmer in zwei separate Bereiche teilen.

Dasselbe gilt für dein Wohnzimmer. Dort sorgt der Fernseher besonders gerne für ungeplante Pausen. Ansonsten bietet die Küche einen idealen Arbeitsraum – dort verleitet nur der Kühlschrank hin und wieder zu kleinen Snacks. Mein Tipp: Stell dir schon im Vorfeld gesunde Alternativen zu Schokolade und Gummibärchen bereit. Dann kann dich nichts mehr stoppen!

Kann ich nicht, gibt’s nicht

Besonders gerne schieben wir natürlich Aufgaben vor uns her, die uns irgendwie Angst machen. Für die eine ist das der Anruf beim Kunden, dessen Ausgang ungewiss ist. Für die nächste ist es ein Vortrag, eine besonders arbeitsintensive Aufgabe oder schlicht die Angst vor Überforderung. Glaub an dich! Natürlich kannst du die Aufgabe bewältigen, wenn du dich reinkniest und mit Leidenschaft dabei bist. Im Job kannst du dir immer wieder bewusst machen, dass du explizit für die Aufgabe ausgewählt worden bist – irgendjemand glaubt also bereits fest daran, dass du sie auch bewältigen kannst. Bei vielen anderen Dingen hilft Übung.

Oder auch Rat von außen – sprich mit Freunden und Familie über deine Ängste und lass dir den Rücken stärken. Am Ende gilt doch immer: Baby, you can do anything!