Madame Missou

Entscheide dich für Listen!

Alors, jeden Tag sind wir mit Entscheidungen konfrontiert. Das beginnt schon mit dem Weckerklingeln: schlummern oder aufstehen? Nun ist das noch eine kleine Entscheidung. Aber was ist mit den großen? Hier helfen dir Listen. Und es gibt ganz viele verschiedene.

Wie oft wir tagtäglich vor die Wahl gestellt werden, ist uns oft gar nicht bewusst. Vieles entscheiden wir aus der Gewohnheit, Erfahrung oder den Umständen heraus. Welche Jacke wir morgens anziehen zum Beispiel hängt davon ab, wie das Wetter draußen ist (oder ob wir uns vielleicht einen tollen neuen Mantel gegönnt haben, den wir gerne präsentieren möchten). Ob wir zum Sport gehen oder nicht, entscheiden wir danach, wie wir uns fühlen; ob wir Kaffee oder Tee trinken danach, was uns besser schmeckt. All diese Möglichkeiten begleiten uns durch den Tag und bei vielen ist es gar nicht so dramatisch, für was wir uns im Endeffekt entscheiden. Gehen wir heute nicht zum Sport, können wir immer noch morgen gehen, und so weiter. Aber was ist mit den großen Entscheidungen, die vielleicht unser Leben verändern? Umzüge oder berufliche Veränderungen? Damit du hier den Überblick behältst und die richtige Entscheidung triffst, kann ich dir Listen ans Herz legen. Ich habe einige Techniken zur Listenerstellung selbst ausprobiert:

1. Fakten sammeln

Das ist mit Sicherheit die nüchternste Liste, aber sie eignet sich wunderbar für Entscheidungen, die von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Sammel erst einmal die Fakten und schreib sie geordnet nach Wichtigkeit auf. Alle Punkte auf Papier zu sehen, hat oft eine erstaunliche Wirkung. Manchmal tritt hier schon ganz klar hervor, für welchen Weg du dich entscheiden solltest.

2. Die Pro- und Contra-Liste

Die Mutter aller Listen, non? Schon in der Schule hat frau sie angelegt. Und es gibt sogar Prüfungsformen an der Uni, die sich genau auf diese Art der Liste beziehen. Wenn zu einem bestimmten Thema wie zum Beispiel der Schuluniform eine argumentative Aufbereitung gefordert wird, eignet sich nichts besser als die gute alte Pro- und Contra-Liste. Wenn deine Entscheidung also ein klares „Ja“ oder „Nein“ erfordert, nimm dir zwei Seiten Papier (oder eine Tabelle mit zwei Spalten) und schreib auf die eine alles, was dafür spricht und auf die andere, alles, was dem Projekt entgegensteht. Anschließend kannst du natürlich einfach schauen, welche Aufzählung länger ist. Oder du sprichst den Punkten noch eine individuelle Gewichtung zu und sortierst danach – dann bist du schon fast bei der dritten Form.

3. Die Nutzwertanalyse

Hier wird es ein wenig komplizierter. Das ist vielleicht die perfekte Listenform für dich, wenn du Zahlen liebst. Jedes Kriterium auf deiner Liste bekommt je nach Wichtigkeit und persönlicher Präferenz einen Wert zugeteilt. Sobald du das gemacht hast und die Werte der verschiedenen Optionen addierst, hast du einen Gewinner. Das setzt allerdings voraus, dass du die einzelnen Faktoren auch klar beziffern kannst. Wie wichtig ist dir denn der kürzere Arbeitsweg bei der neuen Stelle? 30 Prozent? Oder 60? Und wie sieht es mit dem Gehalt aus? In diese Liste fließt auf jeden Fall einiges an Überlegung. Aber das kann ja durchaus positiv sein.

4. Der Entscheidungsbaum

Traditionell eignet sich diese Methode besonders gut für geschäftliche Entscheidungen. Aber natürlich spricht auch nichts dagegen, sie für private Zwecke zu nutzen. Im Entscheidungsbaum werden verschiedene mögliche Szenarien durchgespielt. Die Frage, die frau sich dabei stellt ist: „Was wäre, wenn … ?“ Mittlerweile gibt es sogar eigene Software für diese Art der Entscheidungsfindung, aber du kannst es auch sehr gut erst einmal analog versuchen. Hier nun ein Beispiel aus meinem Ratgeber „Madame Missou ist entscheidungsfreudig“.

Soll ich meine Bilder im Internet verkaufen?

  • Gibt es Kundschaft dafür? Ja.
  • Ist diese Kundschaft leicht zu erreichen? Ja.
  • Kenne ich mich mit Online-Shops aus? Nein.

Hier könnte ich aufhören, aber es gibt ja Alternativen:

  • Bin ich bereit, eine Agentur mit der Einrichtung eines Online-Shops zu beauftragen? Nein.

Damit ist die Entscheidung gefallen, es wird keinen Online-Shop geben.

Alors, liebe Leserin, viel Spaß bei der Entscheidungsfindung. Ich überlege jetzt mal, ob ich einen Cappuccino oder einen Latte Macchiato trinke.