Madame Missou

Es muss nicht immer gleich der Mantel sein …

Ein edler weißer Schimmel mit einem Reiter im roten Mantel vor einer Schlange aus bunten Laternen, die mit Kinderaugen um die Wette leuchten. Das kann nur eins bedeuten: Es ist Sankt Martin. Ein wunderbarer Tag, dessen Bedeutung wir uns abseits von Zuckerbretzel und Punsch wieder öfter bewusst machen sollten.

Alors, Sankt Martin – jeder kennt seinen Namen – und assoziiert ihn noch aus Kindertagen mit Laternen basteln, Zuckerbretzeln, Stutenkerlen (oder Weckmännern oder wie auch immer die Gebäckstücke bei dir zu Hause heißen, liebe Leserin), fröhlichen Liedern und natürlich einem St. Martins-Umzug, an dessen Ende rotgefrorene Wangen und heisere Stimmbänder warten. So war es zumindest bei mir immer und so sehe ich es jetzt bei meinen Kindern. Aber ich habe mich gefragt, welche Geschichte eigentlich hinter diesem Heiligen steckt. Hier eine kurze Zusammenfassung, falls die Kindergartenzeit bei dir auch schon etwas länger zurückliegt, meine Liebe.

Wie aus Martin ein Heiliger wurde

Sankt Martin, der übrigens damals schlicht und ergreifend Martin hieß, war ein römischer Soldat – daher auch sein Schwert und der berühmte rote Umhang. Eher ungünstig für die Soldatenprofession war jedoch, dass Martin nicht kämpfen wollte. Er gab den Armen sein Geld und half den Kranken, wo er konnte. Eines Tages ritt Martin im Winter auf die Stadttore zu, als ihm ein Bettler im Schnee auffiel, der nur Fetzen am Leibe trug. Da Martin selbst nichts zum Verschenken bei sich trug, nahm er kurzerhand sein Schwert und teilte seinen roten Umhang in zwei Teile – einen für sich, einen für den armen Mann.

Bis dahin kennen viele die Geschichte – sie geht allerdings noch weiter. Eines Tages beschloss der Soldat Martin, dem Kriegerischen endgültig den Rücken zu kehren und Mönch zu werden. Als er bereits einige Jahre bescheiden im Kloster gelebt hatte, wurde ein neuer Bischof gesucht. Viele sahen Martin als den perfekten Kandidaten, dieser war jedoch zu bescheiden, lehnte den Posten ab und versteckte sich sogar in einem Gänsestall, um dem Amt zu entgehen (daher auch die Martinsgans). Das laute Schnattern der Tiere war es schließlich auch, was ihn verriet und ihm schlussendlich doch noch den Titel Bischof einbrachte. Aufgrund seiner Güte und vielen guten Taten verehrten die Menschen ihn als Heiligen Martin, als Sankt Martin.

Wollen wir nicht alle ein bisschen Sankt Martin sein?

Es muss ja nicht immer gleich unser liebster Wintermantel sein, den wir buchstäblich teilen. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns mittlerweile so sehr an Schreckensnachrichten und den Anblick von Obdachlosen auf den Straßen gewöhnt haben, dass wir einfach darüber hinwegsehen. Oft geschieht das nicht einmal bewusst. Ich merke es ja an mir selbst. Frau ist im Stress und hat eben keine Zeit, eine Ausgabe des „Straßenfeger“ zu kaufen oder weiß vor lauter Angeboten nicht mehr, wofür sie am besten spenden soll. Dabei zählt jedes bisschen.

Mein Tipp: Such dir eine Spendenorganisation aus, mit der dich irgendetwas persönlich verbindet. Die dir besonders am Herzen liegt. Auch Tierschutz ist ein nobler Anlass. Oder du lässt dich diesen Monat noch bei der DKMS registrieren. Das ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Auf Anfrage schicken sie dir ein kleines Paket mit einem Wattestäbchen zu. Alles, was du tun musst, ist, damit einmal über die Innenseite deiner Wange streichen und das Stäbchen wieder zurückschicken. Alles komplett kostenlos natürlich. Aber auch im Kleinen und ganz ohne Geld oder Organisation kann frau Gutes tun. In meiner Nachbarschaft treffen wir uns regelmäßig zum Müll picken. Natürlich öfter im Sommer, als jetzt im schmuddeligen November. Dazu gibt es Grillwürstchen im Brötchen und Musik, jeder hat Spaß und wir helfen der Natur. Fantastique!

Und jetzt noch etwas für den Gaumen

Wer fleißig ist und Gutes tut, hat sich natürlich auch eine Belohnung verdient. Deshalb kommt hier mein Lieblingsrezept für den perfekten Stutenkerl/Weckmann:

Für drei Stück brauchst du:

250 g

Quark (Magerquark)

10 EL

Milch (Vollmilch)

10 EL

Öl

6 EL

Zucker

2 Pck.

Vanillinzucker

1 Prise(n)

Salz

 etwas

Aroma (Zitrone) oder abgeriebene Zitronenschale

475 g

Mehl 

11/2 Pck.

Backpulver

 einige

Rosinen zum Verzieren

 

Fett für das Blech

 n. B.

Milch zum Bestreichen