Madame Missou

Fokussier dich neu!

Krokusse sprießen, Sonnenstrahlen kitzeln, die erste Eiskugel ist verputzt … der Frühling ist da! Und mit ihm zum Glück die gute Laune, die sich in den dunklen Wintermonaten gerne mal versteckt hat. Ich gebe dir heute einen Tipp, mit dem du sie nicht nur halten, sondern auch hervor kitzeln kannst, wenn die Tage trüb sind.

Gute Laune zu haben, sich leicht und unbeschwert fühlen – das ist viel einfacher, wenn das Wetter mitspielt, non? Aber was, wenn der Himmel grau und bleischwer ist? Müssen wir dann automatisch unser Glücksgefühl zusammen mit den Regenfällen im Gulli versenken? Besonders wetterfühlige Menschen reagieren sehr sensibel auf klimatische Umschwünge und haben es oft schwer, im typisch deutschen Nieselwetter. Und auch der Rest von uns merkt nach langen Wintertagen oft einen Mangel an Vitamin D und damit verbunden auch einen Mangel an guter Laune und Energie. Non, merci! Hier kommt ein Tipp für dich, der bei jedem Wetter funktioniert und garantiert immer wieder ein Lächeln auf dein Gesicht zaubert.

Wenn die Linse auf das Falsche zeigt

Wie wir uns fühlen, ob wir zum Beispiel abends mit einem zufriedenen warmen Gefühl im Bauch oder mit Sorgenfalten auf der Stirn einschlafen, hat viel damit zu tun, auf was unser eigener Fokus ausgerichtet ist. Du kannst es dir vorstellen wie bei einer Kamera. Die Gegenstände, die du fokussierst, sind klar und deutlich zu sehen, gestochen scharf, während alles andere eher verschwommen im Hintergrund dümpelt. Der „Auto-Fokus“ der meisten Menschen ist leider so kalibriert, dass er alles ins Visier nimmt, was schiefgelaufen ist und noch daneben gehen könnte. Dann macht das Gehirn abends Überstunden: „Heute morgen hab ich mir Kaffee über die Bluse geschüttet. Oh Gott, war das peinlich.“ Oder: „Der Chef hat heute so komisch geguckt. Das hat bestimmt nichts Gutes zu bedeuten. Vermutlich wird er morgen den Hammer fallen lassen.“ Klar, bei solchen „Gute-Nacht-Geschichten“ hat gute Laune keine Chance.

Versuch also stattdessen, diesen Fokus bewusst umzukehren und dich auf alles Positive zu konzentrieren, das dir an dem Tag widerfahren ist. Am besten funktioniert das, indem du es aufschreibst. So bleibt es einfach besser hängen.

Was frau aufschreibt, bleibt!

Nimm dir jeden Abend ein paar Minuten Zeit, um alles Schöne und Lustige zu notieren, das dir tagsüber begegnet ist. Schon nach ein paar Tagen füllst du so die ersten Seiten deines persönlichen Gute-Laune-Tagebuchs und das hat direkt zwei Vorteile:

  1. Du kannst zu jeder Zeit nach Herzenslust darin blättern und in schönen Erinnerungen schwelgen.
  2. Alleine durch die intensive Beschäftigung mit den positiven Aspekten deines Lebens, nimmst du diese in Zukunft auch viel bewusster und intensiver wahr. Dein Fokus verschiebt sich dauerhaft.

Für dein Tagebuch brauchst du übrigens gar keine großen Dinge, wie Beförderungen oder Geburtstage. Kleinigkeiten, die andernfalls schnell übersehen werden, sind eigentlich viel wichtiger: die Person in der Straßenbahn, die dich angelächelt hat; der Kaffee, auf den die Barista ein Herz mit Kakao-Pulver gestreut hat oder der schöne Spaziergang an der frischen Luft nach Feierabend – das sind die Momente, die wir bewusster wahrnehmen sollten.

Gute Laune hat also viel weniger mit äußeren Umständen zu tun als wir oft denken. Natürlich habe ich trotzdem nichts gegen mehr Sonne und wärmere Temperaturen, aber Zufriedenheit finden wir viel eher in uns drin als irgendwo in der unberechenbaren Welt. Und jetzt mache ich mir einen schönen Kaffee und lasse meine Nase von der Sonne kitzeln, damit ich meinem Tagebuch heute Abend viel zu erzählen hab.