Madame Missou

Frauen rocken die Welt – an jedem Tag des Jahres

Am 8. März ist Weltfrauentag. Und obwohl das eine schöne Geste ist – eigentlich ist doch jeder Tag ein „Frauentag“. Immerhin geben wir tagtäglich unser Bestes, in dem, was wir tun, non? Ich habe den internationalen Frauentag zum Anlass genommen, um zu schauen, wo frau eigentlich mittlerweile so steht.

Zum Glück klingt es für uns mittlerweile nach interessanter Geschichtsstunde, wenn jemand erzählt, dass Frauen bis vor einigen Jahrzehnten nicht wählen durften, geschweige denn einen Marathon laufen oder etwa so abwegige Berufswünsche äußern, wie – oh Schreck –Soldatin oder Richterin. Vieles, das für Männer seit jeher selbstverständlich war, mussten wir Frauen uns hart erkämpfen. Egal ob im beruflichen oder privaten Bereich. Und obwohl wir mittlerweile zumindest hier in Deutschland in vielen Bereichen gleichberechtigt sind, ist das leider längst nicht in allen Teilen der Welt der Fall.

 

Pünktlich zum Weltfrauentag habe ich mich außerdem gefragt: Ist in Deutschland wirklich schon alles im grünen Bereich? Oder gibt es auch hierzulande noch Verbesserungsbedarf, wenn es um die Wahlfreiheit von uns Frauen geht? (Attention: Ich meine hier nicht nur das politische Recht, wählen zu gehen. Es gibt doch noch so viel mehr!

Eine kleine Bestandsaufnahme

Bien sûr, nackte Zahlen und Fakten kommen oft etwas trocken daher. In diesem Fall lohnt sich aber ein genauer Blick, finde ich: Positiv ist mir zunächst einmal aufgefallen, dass in Deutschland die meisten Frauen berufstätig sind. Laut einer OECD-Studie (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) aus dem vergangenen Jahr ist die Quote der berufstätigen Frauen in den letzten 15 Jahren von 58,1 auf 69,5 Prozent gestiegen. Was für ein rasanter Zuwachs! Besonders, wenn man bedenkt, dass Frauen noch in den 60er-Jahren ihre Männer um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie einer bezahlten Tätigkeit nachgehen wollten.  

Kritisch sieht die Studie aber den immer noch sehr hohen Anteil von Frauen, die in Teilzeit arbeiten (37,5 Prozent). Das liegt leider oft nicht daran, dass die Frauen sich das so ausgesucht haben, sondern an starren Kita- und Kindergartenöffnungszeiten, die vor allem Müttern große Sorgen bereiten. Außerdem – und ich finde es ausgesprochen traurig, dass ich so etwas im 21. Jahrhundert noch feststellen muss – liegt der Verdienst von Frauen im Schnitt nach wie vor unter dem von Männern. Vor allem im Osten Deutschlands. Auch in den Führungsetagen sind wir Frauen noch nicht so prominent vertreten.

Um aber mit einer positiven Entdeckung abzuschließen: Bei den Uniabschlüssen haben wir mit den Männern (mindestens) gleichgezogen: In meiner zweiten Heimat Frankreich zum Beispiel waren schon im Jahr 2011 sage und schreibe 57 bis 60 Prozent der Uniabsolventen weiblich. Oh lá lá, wenn das mal nicht für Frauenpower spricht!

Fleißige Bienchen

Weißt du, was ich ganz wundervoll finde? Dass es mittlerweile so viele verschiedene Lebensentwürfe wie Sand am Strand der Côte d’Azur gibt. Eine gute Freundin von mir arbeitet freiberuflich als Grafikerin, um noch genügend Zeit für Reisen zu haben und auch aus entfernten Ländern arbeiten zu können, eine andere Bekannte ist mit Leib und Seele Mutter. Für sie gibt es keine größere Wertschätzung als das glückliche Lächeln ihrer Kinder. Für mich ist die Mischung aus meinem kleinen Cafè und meiner Familie das größte Glück auf Erden. Jeder, der sich irgendwie zu einer Bewertung der verschiedenen Lebensführungsstile aufschwingt, ist in meinen Augen engstirnig und mittelalterlich. Denn eins ist wohl ganz klar: Jede Frau hat unterschiedliche Stärken und Interessen und wir sind immer dann am besten, wenn wir uns genau da einbringen können, wo unsere Leidenschaft liegt. Also vertrau auf dich selbst und dein Bauchgefühl: Du willst eine eigene Agentur gründen: Mach es! Du wünschst dir von ganzem Herzen ein zweites Kind? Worauf wartest du? Sabbatical in Neuseeland? Pack die Koffer! Wenn wir tun, worin wir wirklich gut sind und weiterhin für uns einstehen, uns gegenseitig unterstützen und nicht lockerlassen, werden wir bald hoffentlich eine echte Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft haben.

Ob du nun CEO eines Weltkonzerns oder Vorstand der Familie werden willst: Hauptsache die Entscheidung kommt aus dir selbst heraus und du tust, was dich glücklich macht und nicht, was die Gesellschaft oder irgendwelche veralteten Dogmen von dir erwarten. Denn, wie sagte Astrid Lindgren so schön: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“