Madame Missou

Ich habe Neues gewagt

Die Recherche für meine Ratgeber ist natürlich immer spannend und aufregend, da ich unendlich viel Interessantes über meine Herzensthemen erfahre. Für mein neues Buch „Madame Missou wagt Neues“, das im Juni erscheint, habe ich aber ganz besonders viel Verrücktes ausprobiert. Davon möchte ich dir heute erzählen.

Alors, bevor du, meine liebe Leserin, eines meiner Bücher in den Händen hältst, ist natürlich schon unglaublich viel passiert. Noch bevor ich meine Manuskripte zum Verlag gebe, ja, noch weit bevor ich überhaupt ein Wort zu Papier bringe, fange ich an zu recherchieren. Denn mir ist es besonders wichtig, alle Tipps, Tricks und Methoden, die ich dir vorstelle, persönlich zu prüfen und für gut zu befinden. Schließlich will ich dir keinen Humbug andrehen. Für meinen neuen Sommerratgeber „Madame Missou wagt Neues“ war dieser Teil der Arbeit besonders spannend. Denn wie der Titel bereits verrät, durfte ich mich für dieses Buch in mir gänzlich unbekannte Gefilde vorwagen. Aufregend und auch etwas verunsichernd. Ich gewähre dir heute einen kleinen Blick hinter die Kulissen:

Ganz allein im Nirgendwo

Eine der spannendsten Herausforderungen, der ich mich im Zuge der Recherche gestellt habe, war eine Reise. Aber nicht irgendeine Reise – eine Reise ganz allein. In neue Länder oder aufregende Städte habe ich mich schon öfter gewagt, jedoch stets in der sicheren Begleitung meiner Eltern und später meines Partners oder meiner Freunde. Naturellement, diese Urlaube und Ausflüge mit vielen anderen Menschen machen immer Spaß und sind aufregend, trotzdem habe ich mich gefragt: Wie ist es wohl, wenn ich in einem fremden Land ganz auf mich allein gestellt bin? Erster Impuls: beängstigend.

Das fing bereits bei der Buchung an: Wo sollte ich denn hin, so ganz allein? Einigermaßen überwältigt surfte ich durchs Internet, als mir bewusst wurde: Allein zu verreisen bedeutete natürlich auch, dass ich mit niemandem Kompromisse schließen muss. Ich konnte selbst entscheiden, wonach mir der Sinn stand. Und da ich immer schon einmal Prag sehen, mein Mann aber stets lieber an den Strand wollte, buchte ich kurzerhand ein Ticket in die tschechische Hauptstadt.

Zeit für mich

Als ich schließlich ein paar Wochen später im Flieger saß, durchströmte mich ein unbändiges Gefühl: Ich war unglaublich stolz auf mich! Es mag zwar auf den ersten Blick nicht wie eine große Leistung aussehen, aber ich hatte mich alleine für ein Reiseziel entschieden, war zum Flughafen gefahren, hatte eingecheckt und saß sogar (so hoffte ich) im richtigen Flugzeug. In Prag angekommen, ging es weiter mit meinen Hochgefühlen. Du kennst das sicher auch: Wenn du in einer großen Gruppe unterwegs bist, wollen einige zuerst ins Hotel, ein paar wollen entspannen, andere vielleicht zum Shoppen und so weiter. Da ich mich aber nur mit mir selbst abstimmen musste, konnte ich tun, wonach mir der Sinn stand. Und in der „Stadt der hundert Türme“, wie Prag auch genannt wird, wollte ich zunächst mal nur eins: Sightseeing!

Ich bin über die Karlsbrücke gelaufen und habe viele tolle Selfies gemacht (auf einigen davon bin ich auch nicht alleine, sondern mit einigen Möwen zu sehen), habe echten Prager Schinken probiert und mir eine Ausstellung im Prager Museum angeschaut, die einige meiner Freundinnen mit Sicherheit langweilig gefunden hätten. Ich habe mir übrigens angewöhnt, auf all meinen Reisen, ob allein oder in Gesellschaft, ein Reisetagebuch zu führen, in das ich auch Tickets und Fotos einklebe. So bleiben die Erinnerungen frisch und ich kann mich später immer wieder hinfort träumen, wenn der Alltag mich zurückhat. Insgesamt war meine anfänglich größte Angst das, was die Reise im Nachhinein besonders gemacht hat: das Alleinsein, die Zeit für mich und die uneingeschränkte Freiheit, zu tun und zu lassen, was und wann ich es wollte.

„Ganz ehrlich?“ „Ja!“

Eine weitere, auf den ersten Blick ziemlich unangenehme Methode, die ich getestet habe, ist das Ehrlichsein. Klingt banal, oder? Die Wahrheit ist aber, dass wir alle uns mit kleinen Notlügen durch den Tag retten. Das beste Beispiel ist schon die Standard-Antwort „Gut“ auf die Frage nach dem eigenen Befinden. Das würdest du vermutlich selbst dann antworten, wenn du unter bohrenden Kopfschmerzen leidest oder in der vergangenen Nacht kaum geschlafen hast, oder? Mein Ziel war also: einen ganzen Tag lang komplett ehrlich zu sein.

Zuerst hat auch diese Aufgabe mich sehr weit aus meiner Komfortzone herausgeholt, was eigentlich gut ist, denn darum geht es in meinem Buch ja. Ich habe allerdings sehr schnell gemerkt, dass ich durch meine ehrlichen Antworten viel stärker auf meine eigenen Gefühle und Stimmungen achte. Möchte ich wirklich nach der Arbeit noch mit den anderen in eine Bar gehen? Möchte ich wirklich noch einen weiteren Nachschlag beim Essen oder bin ich eigentlich schon satt? Der Tag hat dazu geführt, dass ich seitdem bewusster auf meine Bedürfnisse achte – und im Zweifel auch offen und ehrlich sage, wie ich zu einer bestimmten Sache stehe. Dabei verletze ich niemanden – im Gegenteil: Mein Gegenüber öffnet sich meist auch und es entstehen viel intensivere und aufrichtigere Gespräche.

Alors, ich hoffe, der kleine Blick hinter die Kulissen meiner Recherchearbeit hat dir Gefallen. In „Madame Missou wagt Neues“ kannst du ab Juni übrigens noch viele weitere Methoden und Tipps nachlesen, die dein Leben garantiert etwas aufrütteln und bereichern werden.