Madame Missou

„Kannst du mal?“ und „Hast du schon?“ 3 Tipps für weniger Stress im Alltag

Das sogenannte Sommerloch ist vorbei, und für viele bedeutet das: Auf der Arbeit geht es wieder richtig zur Sache. Stress scheint fast schon eine natürliche Begleiterscheinung. Wird das allerdings zum Dauerzustand, schlägt er sich auch auf die Gesundheit nieder – und das gilt es natürlich zu vermeiden!

Ich liebe meine Arbeit im Café. Auch wenn es mal hektisch wird, wenn drei Kunden gleichzeitig die Rechnung bestellen, der Erdbeerkuchen ausgeht oder ich ein Glas fallen lasse – kurz: wenn ich so richtig in Stress gerate. In diesen Momenten laufe ich regelrecht zu Höchstleistungen auf, ich merke wie das Blut durch meine Adern rauscht und ich hocheffizient werde. Stress an sich muss also gar nicht unbedingt etwas Schlechtes sein.

Er ist von der Natur ja auch als Schutzmechanismus konzipiert worden. Wenn unsere Vorfahrinnen beim Beerensammeln von einem wilden Säbelzahntiger angegriffen wurden, hat die überlebt, die sofort die Beine in die Hand genommen hat – nicht die, die zunächst das Für und Wider abgewägt hat. Stress lässt unser Blut schneller fließen und erhöht so unsere Aufmerksamkeit und unsere Leistungsfähigkeit – eine tolle Sache. Vorausgesetzt wir erleben danach auch wieder Entspannungsphasen. Wenn der Säbelzahntiger uns die nächsten fünf Monate an jedem einzelnen Tag auflauert, wird es irgendwann kritisch.

Du stresst mich, du stresst mich nicht …

Alors, nun könnte man ja meinen, dass Stress eigentlich kein großes Problem des modernen Menschen sein dürfte – ich zum Beispiel werde eher selten von Säbelzahntigern bedroht. Deren Platz wurde allerdings komplett von anderen Dingen eingenommen. Die müssen nicht immer lebensbedrohlich sein. Es reichen schon Kleinigkeiten: Das Brötchen auf dem Autodach liegen lassen, der streikende Drucker, manchmal genügt schon das Klingeln deines Handys, um das komplette evolutionäre Stressprogramm in Gang zu setzen.

Das Problem liegt natürlich auf der Hand: Auch früher schon war der Angriff eines wilden Tieres eher die Ausnahme, heute aber warten Stressfaktoren, sogenannte Stressoren, an jeder Ecke auf uns. Wir brauchen also ein Anti-Stress-Programm.

Stress kommt von innen – und kann auch da verhindert werden

Obwohl die äußeren Umstände uns oft in Stress versetzen, kommt er eigentlich von innen. Von unseren Erwartungen, unseren Ängsten. Ich zum Beispiel gerate oft in Stress, wenn ich merke, dass ich mich zu einem Termin verspäte. Das liegt daran, dass ich den Anspruch an mich selbst habe: „Ich bin immer pünktlich und professionell.“ Fällt dann eine Straßenbahn aus oder ich stehe im Stau, gerate ich in Stress, obwohl ich eigentlich nichts dafürkann.

Zunächst hilft es also, wenn du dich im Alltag mal ganz genau beobachtest: Was löst überhaupt Stressgefühle bei dir aus? Nicht jeder reagiert in gleichem Maße auf äußere Reize. Leg dir zum Beispiel eine Art Tagebuch an, in dem du stets notierst, in welchen Situationen du dich unwohl oder überfordert gefühlt hast. Im nächsten Schritt suchen wir dann geeignete Gegenmittel:

  1. Einfach abschalten

Merkst du beispielsweise, dass dich das „Pingen“ einer neuen E-Mail oder WhatsApp-Nachricht immer wieder aus deiner Konzentration reißt, dann schalte dein Handy einfach mal aus oder pack es in die Schublade. Du selbst bestimmst, wann du Nachrichten liest – nicht dein Handy und auch niemand am anderen Ende der Leitung. Auf der Arbeit kannst du für dich selbst bestimmte Regeln festlegen, zum Beispiel: Ich schaue zu jeder vollen Stunde in mein Postfach – aber auch nur dann.

  1. Mach die Dinge nacheinander

Multitasking ist immer noch hip – aber es ist auch immer noch ein Irrtum. Unser Gehirn ist schlicht nicht dafür gebaut, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Wenn du also eins nach dem anderen machst, bist du im Endeffekt sogar schneller und effektiver.

       2. Sag auch mal „Nein“

Ein gutes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit ist wichtig. Du sollst Überstunden machen, hattest aber schon einen romantischen Abend mit deinem Liebsten geplant? Es ist in Ordnung, auch mal „Nein“ zu sagen. Dasselbe gilt für Verabredungen, die du vor geraumer Zeit getroffen hast, für die du aber jetzt schlicht keine Energie mehr hast. Deine Freunde werden es verstehen, wenn du auch mal ein Treffen absagen musst.

Ich hoffe, meine Tipps helfen dir, deinen alltäglichen Stress auf ein gesundes Level zu reduzieren. Damit du zu Höchstform auflaufen kannst, wenn es wirklich darauf ankommt.