Madame Missou

Lebst du schon oder trottest du noch?

Alors, der Alltagstrott. Gemütlich; aber auch etwas langweilig, non? Naturellement, jeder liebt seine kleinen Routinen – ich auch! Aber manchmal tut es auch gut, auszubrechen. In diesem Blogbeitrag gebe ich Tipps für kleine Veränderungen mit großer Wirkung!

Routinen und wiederkehrende Rituale sind etwas Feines, sie geben unserem Leben Struktur und Sicherheit. Ich zum Beispiel freue mich jedes Jahr wieder auf den Herbst, weil im Oktober für mich ein traditioneller Besuch beim Kürbisbauern ansteht. Danach höhle ich die orangenen Herbstfrüchte aus, schneide lustige Grimassen hinein und mache aus dem Fruchtfleisch eine leckere Kürbiscremesuppe. Eine tolles Ritual! Dann sind da noch die kleinen Dinge, die wir jeden Tag wiederholen. Jeder hat zum Beispiel eine individuelle Morgenroutine: Aufstehen, Kaffeekochen, ein bisschen Yoga machen, Duschen, Zähneputzen … so sieht es bei mir aus.

Aber, wenn ich ganz ehrlich bin, in richtige Begeisterungsstürme verfalle ich dabei nicht mehr. Es ist eben zur „Gewohnheit geworden“. Begeisterung und Motivation sind aber das Salz in der Suppe des Lebens. Hin und wieder sollten wir uns also einen Kick abholen und etwas Neues ausprobieren. Zum Beispiel von den folgenden Dingen:

Vergiss deine „guten“ Tischmanieren

Von klein auf wurde mir beigebracht, wie ich die Gabel richtig zu halten habe, dass man die Ellbogen beim Essen nicht auf den Tisch legt, den Kopf mit einer Hand abstützt oder etwa, mon dieu, mit den Fingern isst. Schluss mit diesen starren Regeln! Nur weil wir hier in Europa hauptsächlich mit Messer und Gabel essen, heißt das ja nicht, dass wir die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten. In Asien isst man zum Beispiel mit Stäbchen und in Teilen von Afrika isst man ganz natürlich mit den Händen.

Ich finde das wunderbar, denn die Nahrungsaufnahme ist eigentlich ein sehr sinnliches Ritual, das bei uns nur zu oft zwischen Tür und Angel gequetscht wird. Nimm dir also für deine nächste Mahlzeit einfach mal kein Besteck mit an den Tisch. Achtung: Am besten wählst du dafür ein Gericht, das du auch gut mit den Fingern essen kannst, wie Reis oder Kartoffeln mit entsprechenden Beilagen. Dann heißt es nur noch: gründlich Hände waschen und bon appetit!

Das Wesentliche bleibt dem Auge verborgen

Bleiben wir noch einen kurzen Moment beim Essen, denn hier kann man einfach so herrlich viel tun, um aus der eigenen Komfortzone auszubrechen. Dieses Mal geht es nicht um deinen Tastsinn, sondern um deine Augen. Sicherlich hast du auch schon einmal von den Experimenten gehört, wo Menschen grüner oder violetter Ketchup vorgesetzt wurde – er schmeckte genau wie der rote, aber fast alle Probanden bewerteten ihn mit eindeutigem Abstand schlechter. Unser Auge isst also immer mit – es sei denn, wir verbieten es ihm.

Nimm dir für dein nächstes Abendessen eine Augenbinde dazu und schalte den Sehsinn einfach mal aus. So kannst du dich viel bewusster auf den Geschmack des Essens konzentrieren. Du spürst wie zartes Fleisch in deinem Mund zerfällt oder wie knackig und frisch die Karotten sind. Übrigens: In fast jeder größeren Stadt werden auch sogenannte „Dinner in the Dark“ angeboten. Das ist dasselbe Prinzip, nur dass hier ein ganzes Restaurant abgedunkelt ist und du diese einmalige Erfahrung mit vielen anderen Menschen im Raum teilen kannst.

Ehrlich jetzt?

Bien sûr, genug über das Essen geredet. Kommen wir zu einer Aufgabe, die zugegebenermaßen schon etwas schwieriger ist und Mut erfordert. Sei einen Tag lang gnadenlos ehrlich zu allem und jedem. Keine Sorge, das soll nicht heißen, dass du einfach ungefiltert alles aussprichst, was dir so durch den Kopf geht. Aber viel zu oft benutzen wir kleine „Notlügen“ aus Angst, uns unbeliebt zu machen oder in einem schlechten Licht dazustehen. An diesem Tag nicht. Wenn dich jemand etwas fragt, egal, ob dein Chef oder deine beste Freundin, dann nimm dir die Zeit, gut über die Antwort und das, was du wirklich willst, nachzudenken.

Hast du wirklich die Ressourcen, noch ein weiteres Projekt anzunehmen? Möchtest du wirklich heute Abend die neue Romantikkomödie im Kino sehen oder viel lieber einfach nur gemütlich einen Wein trinken. Trau dich und sag, was du ehrlich fühlst. Dann wirst du am Ende des Tages rundum zufrieden und vielleicht auch etwas stolz auf dich selbst sein.