Madame Missou

Liebes Tagebuch …

Alors, ich bin mal wieder über einen kuriosen, aber auch wunderbaren Feiertag gestolpert. Meine Begeisterung darüber möchte ich gerne mit dir teilen. Es handelt sich um den „Tag des Tagebuchs“, der jedes Jahr am 12. Juni stattfindet.

Tagebücher sind eine wunderbare Sache. Ich habe zum Beispiel schon als ganz junges Mädchen, damals noch auf Rat meiner Maman, angefangen, meine täglichen Erlebnisse in ein kleines Büchlein zu schreiben. Jetzt – Jahre später – schaue ich immer noch gerne auf die leicht unbeholfene Schrift und erinnere mich an die unbeschwerten Kindertage. Es gibt natürlich auch noch eine ganze Reihe anderer Tagebücher – Tagebücher, die nützlich sind, Tagebücher für Hobbyautoren, Tagebücher als Erinnerungsstücke. Es ist also nur fair, dass unser täglicher Begleiter auch einen eigenen Feiertag bekommt. Trotzdem habe ich mich gefragt, wie ist der Tag überhaupt entstanden?

Der internationale „Tag des Tagebuchs“

Tatsächlich hat dieser Ehrentag einen ernsten Hintergrund. Er ist nämlich (vermutlich) auf den Geburtstag der Jüdin Anne Frank am 12. Juni zurückzuführen. Zu ihrem 13. Geburtstag – dem 12. Juni 1942 – bekam sie von ihrem Vater ein Notizbuch geschenkt, das sie fortan als Tagebuch nutzte, um ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse während des zweiten Weltkriegs aufzuschreiben. Dieses Tagebuch wurde nach Annes Tod von ihrem Vater veröffentlicht und ist heute weltberühmt. Mehr als zwei Jahre hat Anne protokolliert und ermöglicht uns so, auch fast 80 Jahre später noch, einen Einblick in diese schreckliche Zeit. Die Funktion als Zeitzeugen, die Tagebücher also auch innehaben, ist wichtig, aber oftmals eben auch sehr ernst. Wir können viel aus dieser persönlichen Sichtweise lernen, das in Geschichtsbüchern eventuell nicht so detailliert beschrieben wird. Dass jemand sein persönliches Tagebuch veröffentlicht, ist jedoch eher selten. Dafür gibt es aber noch tausend andere Möglichkeiten, auch für dich, Tagebücher zu verwenden. Die besten zeige ich dir hier:

Das Erfolgstagebuch

Ein Tagebuch kann dich unheimlich dabei unterstützen, deine Ziele zu erreichen. Möchtest du zum Beispiel sportlich so richtig durchstarten? Dann hilft dir ein Buch, in dem du jede Trainingseinheit protokollierst. Wenn du beispielsweise deine Ausdauer beim Laufen verbessern möchtest, trägst du nach jeder Joggingrunde ein, wie weit du gelaufen bist, wie schnell du warst und wie du dich dabei gefühlt hast – ob du zum Beispiel viel Power hattest oder nach dem ersten Kilometer Seitenstechen bekommen hast und so weiter. Falls du über einen Pulsmesser verfügst, kannst du auch noch deine Herzfrequenz und deinen Maximalpuls hinzufügen. Außerdem kannst du Trainingseinheiten vorausplanen, einfach indem du sie schon vorsorglich in deinem Tagebuch notierst. So machst du es dem inneren Schweinehund ganz schön unbequem.

Später siehst du so auf einen Blick deine Verbesserungen und glaub mir – diese Erfolgserlebnisse motivieren gehörig! Kleiner Tipp: Bei vielen Sport-Apps ist eine Art Tagebuchfunktion bereits integriert. Sie misst automatisch Geschwindigkeit, Strecke und vieles mehr. Allerdings – so ein klassisches, handgeschriebenes Erfolgstagebuch ist viel persönlicher und du kannst es dir nachher als Trophäe ins Regal stellen. Das geht mit einer App ja bekanntlich weniger gut.

Das Reisetagebuch

Aaah, Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Gemütlich am Strand liegen und braun werden, durch aufregende Metropolen schlendern, klettern und wandern in den Bergen oder einfach mal gar nichts tun. Ganz egal, wie frau die freie Zeit am liebsten nutzt, es wäre doch wirklich schade, die Erinnerungen an diese Tage nicht lebendig zu halten. Das geht natürlich auch mit Fotos und Videos, aber dem geschriebenen Wort kommt auch hier eine Sonderstellung zu. Ich zum Beispiel führe Tagebuch für jede meiner Reisen (kürzlich erst wieder als ich in Prag war – mehr darüber erfährst du hier). Meistens suche ich mir ein Büchlein aus, das von der Gestaltung her schon zu meinem bevorstehenden Urlaub passt. So kann ich mich direkt in die richtige Stimmung versetzen.

Während der Reise wird das Tagebuch dann zum richtigen Allrounder. Hineingeklebt wird alles – vom Flugticket bis hin zum Lieblingsselfie oder ein bisschen Sand von meinem bevorzugten Badeort. Gespickt mit witzigen Anekdoten sind die Tagebücher nachher immer mein liebstes Souvenir. Das ist auch schon mein abschließender Tipp für jede Art von Tagebuch: Die Gedanken, die du dem kleinen Buch anvertraust, sind natürlich schon sehr persönlich. Zum richtigen Highlight, wenn auch nur für dich selbst, wird es, wenn du die Einträge noch durch Zeichnungen, Bilder oder sonstige „Dekoration“ verzierst. Hast du schon einmal von Hand Lettering gehört? Mit dieser besonderen Schönschrift werden zum Beispiel auch die sonst eher öden Datumsangaben zu einem richtigen Hingucker!

Und nun gehe ich mal direkt los und suche das Reisetagebuch vom letzten Sommer raus, um mich wieder in Urlaubsstimmung zu bringen.