Madame Missou

Lies dich durch den Sommer

Bien sûr, im Sommer möchte ich natürlich so viel Zeit wie möglich draußen in der freien Natur verbringen. Bestimmt geht es dir ähnlich. Aber am See braucht frau auch mal eine Pause vom Schwimmen – was eignet sich also für zwischendurch besser als ein richtig gutes Buch? Hier kommen meine Buchtipps für den Sommer!

Gemütlich auf einer grünen Wiese liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen oder mit einem kühlen Getränk im Café sitzen – der Sommer ist einfach wunderbar. Für mich gibt es nur eine Sache, die die ganzen Sommeraktivitäten noch verführerischer macht und das ist ein richtig gutes Buch als Begleiter.

In Literatur- ebenso wie in Modefragen hat zum Glück jeder einen anderen Geschmack und andere Vorlieben. Für mich darf die Lektüre in der heißen Zeit zum Beispiel schön locker und luftig sein. Hartem Tobak und ernsten Themen widme ich mich eher an langen Kaminfeuerabenden. Ansonsten bin ich ein echter Bücherwurm und lese so ziemlich alles querbeet. Deshalb habe ich dir aus drei verschiedenen Genres meine absoluten Favoriten für den Sommer 2018 herausgesucht: Klassik, Young Adult und Ratgeber. Alors, auf geht’s!

Klassiker: Schokolade zum Frühstück im Original

Wusstest du, dass der Film „Bridget Jones – Schokolade zum Führstück“ auf einem Buch basiert? Auf einem ziemlich berühmten sogar – und auf einem ziemlich alten. Auf Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, im englischen Original „Pride and Prejudice“. Zwar ist die Story in die heutige Zeit übertragen worden und den modernen Gegebenheiten angepasst, das Grundgerüst aber ist geblieben – und übrigens auch der Name des männlichen Protagonisten: Darcy.

Trotz ihres Alters („Stolz und Vorurteil“ erschien bereits 1813) ist die Geschichte, die Jane Austen geschrieben hat, auch heute noch topaktuell. Ihr ist wirklich ein zeitloses Meisterwerk gelungen. Der Roman spielt im ländlichen London zur Zeit seiner Entstehung und erzählt von der jungen Elisabeth Bennet und dem reichen Fitzwilliam Darcy, die erst nach Überwindung zahlreicher Wiederstände (größtenteils sind diese hausgemacht: Sie hat zu viele Vorurteile, er ist zu stolz …) zueinander finden. Ich weiß schon, an die Klassiker der Literatur traut man sich meist nicht sofort heran. Dieser hier ist aber zum Nägel kauen spannend, fantastisch (und trotzdem verständlich) geschrieben und beinhaltet so gut ausgearbeitete Charaktere, dass man sie am liebsten manchmal packen und schütteln möchte als wären sie lebendig.

Young Adult: Die Ferrante-Bücher

Eigentlich bin ich mir nicht sicher, ob das Genre Young Adult hier überhaupt zu einhundert Prozent zutrifft, aber wir müssen ja auch nicht jedes Buch in eine Kategorie zwängen, oder? Die Bücher von Elena Ferrante finde ich gleich aus mehreren Gründen super spannend. Zunächst wäre da die Autorin selbst. Elena Ferrante ist nämlich nur ein Pseudonym und bis heute ist unklar, wer dahintersteckt. Der Autorin ist Anonymität äußerst wichtig, da sie findet, dass literarische Werke häufig eher nach der Reputation des Autors bewertet werden als nach ihrem eigentlichen Inhalt. Seit der ersten Buchveröffentlichung in den 90er Jahren gab es allerdings immer wieder Versuche, die Identität von Ferrante aufzudecken. Ich persönlich finde das ziemlich unfair! Die Autorin hat gute Gründe für ihre Entscheidung, die es zu respektieren gilt.

Nun aber zu den Büchern: Richtig bekannt wurde die italienische Autorin mit ihrer „Neapolitanischen Saga“. Erzählt wird die Geschichte einer lebenslangen Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die beide aus Neapel stammen. Ferrante betrachtet die insgesamt vier Bücher als eine große Erzählung, da in jedem einzelnen ein anderer Lebensabschnitt der beiden Freundinnen behandelt wird. Was ich an den Büchern wirklich umwerfend und faszinierend finde, ist, dass wir als Leserin zwei komplette Leben mitverfolgen. Man lernt die Figuren kennen, leidet mit ihnen und freut sich mit ihnen. Es fühlt sich an wie ein Abschied von zwei guten Freundinnen, wenn man auf der letzten Seite des letzten Buchs angekommen ist.

Ratgeber: Ein Plädoyer für mehr Empathie

Meistens sind wir im Sommer von unserer Grundhaltung her schon besser gelaunt. Sonne, blauer Himmel, die Vögel zwitschern, das Leben ist schön. Da verzeiht man den Freunden oder Kollegen auch gerne mal den ein oder anderen Fehler. Aber wäre es nicht wunderbar, wenn wir uns generell ein wenig mehr bemühen würden, den anderen zu verstehen, durch seine Augen zu schauen?

Empathie wird in unserer schnelllebigen Welt immer wichtiger. Wir brauchen einander und vor allem brauchen wir Verständnis für einander. Wie wir das erreichen können, erklärt Monika Hein in ihrem neuen Buch „Empathie“. Das Buch ist gespickt mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen der Autorin und behandelt auch einen Aspekt, den ich für sehr wichtig und zugleich unterrepräsentiert halte: Selbst-Empathie und wie wir dadurch auch anderen verständnisvoller gegenübertreten.

Alors, nun weißt du, welche Bücher sich in diesem Sommer in meiner Strandtasche tummeln. Wie sieht es bei dir aus? Vielleicht konnte ich dir ja ein wenig Lust auf den ein oder anderen Titel machen. Schreib mir doch bei Facebook, welches deine liebsten Sommerbücher sind.