Madame Missou

Ohne Worte – Die Macht der Körpersprache

Alors, dass wir nicht nicht kommunizieren können, haben wir mittlerweile alle gehört und verstanden, non? Aber welche enorme Macht Körpersprache wirklich hat, das war mir bisher nicht in vollem Umfang bewusst. Dir etwa, liebe Leserin?

Steh aufrecht, halt dich gerade, Kopf hoch, Brust raus – diese Tipps hat Maman mir schon seit frühester Kindheit gegeben, damit ich selbstbewusst und selbstsicher auf mein Gegenüber wirke, ganz egal, wo und in welcher Situation ich bin. Ich habe stets versucht, mich an ihre Tipps zu halten und bin damit nie schlecht gefahren. Dass frau allein durch ihre Haltung also eine Wirkung erzielt, war mir schon früh bewusst. Als ich aber am vergangenen Wochenende das neue Buch meiner Autoren- und Verlagskollegin Monika Matschnig zur Hand genommen habe, war ich erstaunt, wie viel Einfluss der Körper und seine Sprache wirklich haben.

Körpersprache. Macht. Erfolg.

Der Titel des Buchs ist Programm, denn in Monika Matschnigs neuem Werk geht es vor allem darum, wie wir unsere Körpersprache gewinnbringend im Arbeitsleben einsetzen. Wie Präsentationen durch Lebendigkeit interessant werden und wie zum Beispiel Verkäufer allein durch ihre Wirkung zum Geschäftsabschluss gelangen. „Die Wirkungskompetenz hat die Sachkompetenz überholt“ – das ist direkt der erste Satz und ich persönlich finde ihn sehr mutig. Immerhin glauben wir ja nach wie vor, dass erst ein großes Fachwissen zum ersehnten Erfolg führt, non?

Monika Matschnig sagt dazu ganz klar: „Natürlich ist das, was ich kommuniziere oder präsentiere etc., wichtig – in manchen Situationen sogar wichtiger denn je. Doch das Wie spielt dabei inzwischen eine sehr große Rolle. Wenn wir es nicht schaffen, gut zu wirken, unseren Körper überzeugend einzusetzen und auf die Signale des Gegenübers passend zu reagieren, bringt uns auch der beste Inhalt nichts.“ Faszinierend! Aber wie funktioniert Körpersprache denn nun überhaupt und kann ich eine „neue“ erlernen, wie in der Sprachschule?

Ein Körper, eine Sprache

Direkt in der Einleitung wird deutlich: Eine richtig neue, andere Körpersprache kann ich nicht lernen (ich bin mit meiner eigentlich auch ganz zufrieden, aber spannend wäre es ja trotzdem, nicht wahr?). Wie ich mich über meinen Körper ausdrücke, hat viel mit meiner Persönlichkeit zu tun. Ob ich zum Beispiel eher intro- oder extrovertiert bin. Eine fremde Körpersprache zu kopieren wäre also auf Dauer nicht nur extrem anstrengend, sondern würde auch schlicht wie (schlechte) Schauspielerei wirken. Ich kann allerdings an meiner ureigenen körperlichen Kommunikation arbeiten – und das ist unheimlich wichtig!

Denn neben unserer Wirkung auf andere beeinflusst unsere Körpersprache auch unsere eigenen Gefühle. Incroyable! Unsere Gedanken und Gefühle und unsere Haltung sind so eng miteinander verwoben, dass jedes non-verbale Signal Auswirkungen auf unsere Empfindungen hat. Darauf bin ich auch schon gestoßen, zum Beispiel als ich dir vor langer Zeit mal über „Lachyoga“ berichtet habe. Diese Form des Yoga basiert auf der Annahme, dass der Körper mit der Ausschüttung von Glückshormonen reagiert, sobald frau lacht – ob nun etwas Witziges passiert ist oder nicht. Einfach, weil diese beiden körperlichen Aktionen und Reaktionen so eng verbunden sind. Es funktioniert aber auch andersherum. Versuch einmal, deine Schultern hängen zu lassen, den Kopf zu senken und den Rücken zu krümmen und dabei an etwas Schönes zu denken – ich zumindest habe halb erstaunt und halb erschrocken festgestellt, dass das so gut wie unmöglich ist.

Alors, auch ohne Worte kommunizieren wir ständig, und zwar mit uns selbst und mit unserem Gegenüber: Wie wir uns fühlen, was wir erreichen wollen, was wir wirklich denken – all das spiegelt sich in Mimik und Gestik. Und es kann von uns zu unserem Vorteil genutzt werden. Wie genau, das erfährst du in Körpersprache. Macht. Erfolg. von Monika Matschnig. Ich werde jetzt mal ein wenig Lachyoga machen, um perfekt vorbereitet und eingestellt in den neuen Tag zu starten.