Madame Missou

Paralympische Winterspiele 2018: So weckst du deinen olympischen Geist!

In diesem Jahr finden die Paralympics in PyeongChang statt. Neben den tollen Leistungen, die die Sportler und Sportlerinnen dort immer wieder erbringen, stehen vor allem Werte wie Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung im Mittelpunkt. Da können wir eine Menge lernen! 

Am 8. März ist es endlich wieder so weit: Die 12. Paralympischen Winterspiele finden dieses Jahr im weit entfernten PyeongChang statt. Ich wusste ehrlich gesagt zuerst gar nicht, wo das ist und hab etwas recherchiert. Die kleine Mittelstadt ist ziemlich genau 8.467,51 km von Deutschland entfernt und liegt in Südkorea.

Aber egal, ob nah oder fern, der olympische Sportsgeist existiert zum Glück länder- und grenzübergreifend. Und von den tapferen Athleten können wir tatsächlich noch einiges mehr lernen als nur Sportlichkeit.

Hinter der Fassade

Natürlich ist regelmäßiger Sport toll. Er hält schließlich jung, fit und macht sogar glücklich. Doch besonders bei den Paralympischen Spielen geht es um so viel mehr als nur um Sport. Die bewundernswerten Athleten und Athletinnen, die für Deutschland, Frankreich und unter anderen Flaggen antreten, haben Geschichten zu erzählen. Von traurigen Schicksalsschlägen, aber auch von tollen Persönlichkeiten und einmaligem Ehrgeiz. Bien sûr, natürlich ist der Sport nach wie vor Mittelpunkt der Winterspiele. Aber neben Bogenschießen und Leichtathletik demonstrieren die Sportler auch, wie man stetig an sich selbst arbeitet, Vertrauen stärkt und so Ende die beste Version seiner selbst werden kann.

Die Kubanerin Malu Perez Iser ist mir dabei ein ganz besonderes Vorbild. Nach einem Autounfall vor sieben Jahren verlor sie ihr linkes Bein. Durch ein Treffen mit dem deutschen Star unter den paralympischen Sportlern, Heinrich Popow, gelang es ihr, ihre Lebensfreude und Hoffnung für sich zurückzugewinnen.

Ihre erste exakt angepasste Prothese half ihr, peu à peu wieder ins Leben zu finden. Im April 2015 folgte dann schon die Medaille: Bronze. Was für ein Erfolg!

Von nun an blind

Doch nicht nur durch grenzenlosen Mut und unaufhörliche Disziplin zeichnen sich die gehandicapten Sportler und Sportlerinnen in Südkorea aus. Sie müssen sich im wahrsten Sinne des Wortes blind vertrauen können. Bei der abgefahrenen Sportart Goalball ist der Trainer die einzig sehende Person auf dem Spielfeld. Das Team ist perfekt aufeinander abgestimmt. Jeder weiß, dass er sich auf seine Mitspieler hundertprozentig verlassen kann. Die Atmosphäre bei so einem Spiel ist ganz besonders: Es ist unheimlich still, damit die Spieler die Bewegungen und Vorgänge auf dem Spielfeld hören und spüren können.

Kannst du dich daran erinnern, wann du zum letzten Mal „blind“ vertraut hast? Die Kollegin nicht zwei Mal an eine wichtige Deadline erinnert oder deiner flippigen Freundin eine dringliche Aufgabe ohne mulmiges Bauchgefühl übertragen hast? Ich möchte damit nicht sagen, dass du jegliche Kontrolle abgeben sollst. Vielmehr finde ich es wichtig, dass wir wieder lernen, uns auf unser Gegenüber zu verlassen. Es fühlt sich nämlich unglaublich aufbauend und toll an, wenn man weiß, dass man die richtigen Leute um sich und in seinem Team hat. Geh einmal in dich und überleg, wem du blind vertrauen kannst und bei wem es woran hapert. Es ist nun mal nahezu unmöglich, jedem deiner Arbeitskollegen oder all deinen Freunden und Bekannten vollkommen zu vertrauen. Wenn wir aber an unsere Grenzen stoßen, ist es viel leichter und ein beruhigendes Gefühl, Vertraute an der Seite zu haben, die mit anpacken. Alors, probier es am besten gleich beim Teambuilding-Tag oder der nächsten Pyjama Party mit Freundinnen aus. Übungen, die das Vertrauen stärken, gibt es viele. Dazu gehört beispielsweise die altbekannte, bei der dich dein Partner auffängt, während du dich rücklings und mit geschlossenen Augen zu ihm fallen lässt.

Und nun doch noch etwas Sport

Das Maskottchen der diesjährigen Paralympics ist der Bandabi. Das ist ein asiatischer Schwarzbär, der für die Tapferkeit, Entschlossenheit und den starken Willen der Athleten und Athletinnen steht. Der Bandabi sieht zunächst einfach niedlich aus, es steckt aber noch viel mehr in ihm. Versuch mal, genauso über dich zu denken. Du findest sicher mehr Talente, Möglichkeiten und Ideen in dir, als du es vielleicht selbst glauben magst.

Leg am besten gleich los und versuch dich an einer Sportart, die du noch nie ausgeübt hast. Wie wäre es mit einem Ausflug ins nächstgelegene Skigebiet oder einem Tag auf Kufen? Auch wenn du Sport eher als Notwendigkeit nach einem heiß geliebten Stück Schokolade oder Kuchen siehst, gibt es genug Möglichkeiten, dich und deine Fähigkeiten neu zu entdecken. Die paralympischen Sportler haben grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten trotz ihrer Behinderung neu erlernt und lassen sich wirklich von nichts und niemandem aufhalten. Das kannst du auch! Wag etwas Unbekanntes und erfinde dich neu!