Madame Missou

Raus in die … Müllhalde?!

Lange Abende am See, Spaziergänge im Sonnenschein, Picknicks auf blühenden Wiesen im Schatten saftig-grüner Bäume … was haben all diese Dinge gemeinsam (außer, dass wir sie bevorzugt im Sommer machen)? Klar, sie finden draußen statt. In der Natur. Aber leider nicht mehr lange, wenn wir so weitermachen.

Alors, wenn du meinem Blog schon ein wenig länger folgst, dann weißt du, dass Achtsamkeit eins meiner Herzensthemen ist. Oft geht es mir dabei um Achtsamkeit uns selbst gegenüber. Um Selbstliebe, Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme. Viele dieser Prinzipien lassen sich aber natürlich auch auf die Welt um uns herum übertragen. Auf unsere Um-welt. Denn es ist erstaunlich wie sehr wir die Natur und die Natur uns beeinflusst. Auch wenn wir uns heutzutage scheinbar weit von der „natürlichen Lebensweise“ entfernt haben – in Hochhäusern wohnen, mit Autos fahren, viele unserer Tage komplett in geschlossenen Räumen verbringen – wir sind immer und werden immer Wesen bleiben, die mit ihrer Umgebung stark verbunden sind, auch wenn wir es nicht mehr täglich wahrnehmen. Nicht umsonst ist das reine Wort „natürlich“ bereits ein Synonym für „selbstverständlich“.

Und gerade jetzt im Sommer, wo es auch die größten Indoor-Enthusiasten nach draußen zieht, ist die perfekte Zeit, um der Natur, ebenso wie uns selbst, ein wenig mehr Achtsamkeit zukommen zu lassen. Und das geht eigentlich ganz leicht.

Achtsamkeit heißt Aufmerksamkeit

Achtsam zu sein bedeutet aufmerksam durch das Leben und die Welt zu gehen. Achtsamkeit sich selbst gegenüber beinhaltet zum Beispiel, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören, sich eine Pause zu gönnen, wenn frau eine braucht, sich nicht im Multitasking-Wahnsinn zu verlieren.

Diese gleiche Aufmerksamkeit kannst du in jedem Moment auch deiner Umgebung schenken. Oftmals nehmen wir achtlos weggeworfene Plastikflaschen am Wegesrand gar nicht mehr wahr – oder erst dann, wenn sie genau den Ort verschandeln, an dem wir eigentlich gemütlich mit der Familie grillen wollten.

Deswegen habe ich angefangen, spielend Achtsamkeit für die Natur in meinen täglichen Arbeitsweg zu integrieren. Jeden Tag versuche ich, einen Gegenstand vom Wegesrand aufzusammeln, der dort nicht hingehört. Eine Flasche oder Dose, eine Zigarettenschachtel, eine Verpackung. Sobald wir nämlich unseren Blick für diese Dinge wieder schärfen, fallen uns immer mehr Möglichkeiten auf, anzupacken und unser kleines Fleckchen Erde Schritt für Schritt zum Positiven zu verändern.

Der Geist braucht Ruhe, der Körper braucht Bewegung

Dieses Mantra ist ebenfalls Teil der Achtsamkeit. Denn wo unsere Gedanken aufhören sollen, im Hamsterrad zu laufen, braucht unser Körper ein wenig Anstrengung und Bewegung, um gesund zu bleiben. Vor Kurzem habe ich eine wunderbare Möglichkeit entdeckt, genau das mit etwas Gutem für die Umwelt zu verbinden. Das Ganze nennt sich Plogging und kommt aus Schweden. Plogging ist ein Kofferwort aus dem schwedischen „plocka“ („aufheben“) und dem englischen Wort „jogging“.

Beim Plogging trifft man sich in kleinen Laufgruppen, bewaffnet mit Müllbeutel und -picker und joggt gemeinsam in gemütlichem Tempo eine festgelegte Strecke ab. Entlang der Strecke wird alles „geplockt“, was man an achtlos weggeworfenem Müll findet. Eigentlich ist es ein bisschen wie mein Arbeitsweg, nur in sportlicher und gemeinschaftlicher. Eine tolle Art, mit anderen Gleichgesinnten zusammen zu kommen, etwas für die eigene Gesundheit und die unseres Planeten zu tun. Denn ihr wisst ja, wir haben nur diesen einen. Und der soll doch noch für viele Sommer schön bleiben.