Madame Missou

Reden ist Gold! Meine Kommunikationstipps

Von wegen „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ – wenn man es richtig anpackt, müsste der Satz eher andersherum lauten. Denn Kommunikation können wir so oder so nicht abstellen. Unser Körper und unsere Mimik verraten uns immer! Besser also, frau kennt die Tricks für gelungene Kommunikation.

Kommunikation ist nicht immer leicht. Obwohl wir schon als Babys lernen, zu kommunizieren – und vielleicht auch schon ein wenig früher durch gezielte Tritte im Bauch von Maman –, kommt es im Alltag immer wieder zu Missverständnissen oder Auseinandersetzungen. Kein Wunder also, dass sich im Volksmund irgendwann die Meinung verbreitet hat, Schweigen sei dem Reden vorzuziehen. Aber wäre es nicht viel schrecklicher, wenn wir alle nur voreinander sitzen würden, stumm wie die Fische? Alors, ich habe ein paar nützliche Tipps für dich, die die Kommunikation erleichtern.

Jede Nachricht hat vier Seiten

Bei meiner Recherche zum Thema bin ich immer wieder auf das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun gestoßen. Vielleicht hast du auch schon einmal davon gehört. Schulz von Thun stellte fest, dass jede Nachricht, also alles, was wir sagen, vier Seiten oder besser Ebenen hat. Die Sachebene, die Selbstoffenbarungsebene, die Appellebene und die Beziehungsebene. Kompliziert wird es nun, weil jeder „Sender“ einer Nachricht eine der Ebenen besonders betont und jeder „Empfänger“ eine der Seiten besonders sensibel wahrnimmt. Diese Ebenen müssen aber nicht immer dieselben sein.

Nehmen wir mal folgendes Beispiel: Ein Auto steht an der Ampel, die auf Grün springt. Die Beifahrerin sagt zur Fahrerin: „Es ist grün.“ Auf der Sachebene teilt sie mit, dass das Ampelsignal die Farbe gewechselt hat, auf der Selbstoffenbarungsebene sagt sie vielleicht: „Ich habe es eilig. Fahr bitte los.“ Appellebene: „Beeil dich!“ Und zu guter Letzt die Beziehungsebene: „Es wäre besser, wenn ich gefahren wäre.“ Du siehst sicherlich schon das Problem. Vielleicht wollte die Beifahrerin ihrer Freundin wirklich nur mitteilen, dass die Ampel auf Grün gesprungen ist. Da wir aber dazu neigen, Botschaften auf versteckte Aufforderungen oder Kritik zu scannen, kann diese simple Aussage schnell zum handfesten Streit führen.

So umgehst du unnötige Streitsituationen

Erinner dich einmal zurück an deinen letzten Streit. Welche Aussage war dabei der Auslöser der Auseinandersetzung? Welche Botschaft wurde eventuell missverstanden, beziehungsweise falsch interpretiert – von anderen oder auch von dir. Schreib dir diese Aussage auf und versuch, jeweils die vier Ebenen, die dahinterstehen, zu identifizieren.

Probier anschließend, dich auf die Selbstoffenbarungsebene oder die Sachebene zu konzentrieren. Vielleicht wollte dir dein Gesprächspartner wirklich nur einen Tipp geben. Oder er hat etwas Wichtiges über sich selbst offenbart, das du im Eifer des Gefechts überhört hast. Selbst, wenn diese Info nur war: „Ich hatte einen verdammt miesen Tag. Ich brauche etwas Ruhe.“

Sprich über dich!

Klingt erst einmal komisch, oder? Gerade in heiklen Situationen ist es aber oft besser, Ich-Botschaften zu senden als die Nachricht mit „Du“ oder „Wir“ zu beginnen. Statt also zu sagen: „Du hast schon wieder nicht den Müll runtergebracht“, formulier es lieber so: „Ich fühle mich wohler, wenn der Müll regelmäßig geleert wird. Wie können wir das gerecht aufteilen?“ So betonst du die Selbstoffenbarungsebene.

Eindeutig statt zweideutig

Die Überlappung und Überlagerung der vier Ebenen führt sowieso schon oft genug zu Missverständnissen. Um diese zu minimieren, versuchst du am besten, deine Aussagen so klar und eindeutig wie möglich zu formulieren. Ein gutes Beispiel ist eine Situation, die sicherlich jede von uns kennt: Frau ist wegen irgendeiner Sache sauer auf den Partner/die Freundin/die Mutter/die Welt. Auf die Frage, ob alles in Ordnung sei, antworten wir oft trotzdem mit einem brummeligen: „Ja!“ Irgendwie erwarten wir von unserem Gegenüber, dass er oder sie unsere Gedanken und Gefühle instinktiv lesen kann. Vraiment, das ist etwas viel verlangt. Viel einfacher wird es doch, wenn wir direkt sagen, was uns stört. So sind am Ende alle ein Stück zufriedener.

Ich hoffe, meine Tipps helfen dir, dich in andere hineinzuversetzen und in Zukunft weniger spannungsgeladen zu kommunizieren. Mehr Tipps findest du ab Juni auch in „Madame Missou lernt, fair zu streiten.“