Madame Missou

Schon Glück gehabt?

Na, liebe Leserin, hast du heute schon Glück gehabt? Ich finde diese Redewendung ein wenig schwierig, denn sie impliziert, dass Glück immer etwas ist, das einen von außen trifft. Dabei gibt es auch einiges, das du ganz bewusst für dein Glück tun kannst.

Im Sommer wird es immer besonders deutlich: Sobald die Sonne scheint sind wir glücklich. Oder? Aber was, wenn sich das erfüllende Glücksgefühl trotz herrlichstem Freibadwetter und luftigstem Sommerkleid nicht sofort oder nicht komplett einstellen will? Keine Sorge, das bedeutet nicht, dass mit dir etwas verkehrt läuft. Es ist ganz normal. Wie glücklich wir sind hat nämlich nichts mit der Jahreszeit zu tun. Du kannst die fröhlichsten Momente bei minus 10 Grad erleben und ein ungeplantes Tief kann dich genauso gut am Badesee ereilen.

Schöner wäre es aber natürlich, wenn wir unser Glück ein wenig steuern könnten, non? Vraiment, da habe ich gute Neuigkeiten. Wir können! Und ich gebe dir heute fünf weitere Tipps für das Glück zwischendurch (und vielleicht auch für länger):

1. Selbstmitleid überwinden

„Wieder wurde die Kollegin befördert, die viel weniger arbeitet als ich.“ „Warum kriegt diese zickige Nachbarin eigentlich immer die hübschen Männer ab und ich gehe leer aus?“ Na, kommen dir solche Gedankengänge bekannt vor? Ja, mir auch! Jedem eigentlich – so viel kann ich dir versprechen. Und mal so richtig genüsslich in Selbstmitleid zu baden, kann herrlich befreiend sein. Solange es bei einer Phase bleibt. Einige Menschen bleiben allerdings in dieser Episode stecken. Und da wird es kritisch: Denn wer sich immer wieder in die (recht bequeme) Opferrolle begibt, wird gleichzeitig passiv. Da man sowieso nichts an der Situation ändern kann und alles Schlechte immer nur einem selbst widerfährt, warum sollte man sich wehren? Ganz einfach: Nur so werden wir selbstbestimmt! So verändern wir unsere Situation aktiv. Und uns nicht mehr als Opfer wahrzunehmen, das ist ein gehöriger Glückspush.

2. Glück planen

Nimm dein Glück selbst in die Hand und plan drauf los! Die Idee dahinter ist folgende: Wenn du deinen Ist-Zustand (Gefühlslage, Wünsche, Fähigkeiten) und deine Ziele kennst, kannst du die Schritte dahin festlegen. Setz dir auf dem Weg zum Ziel immer wieder Meilensteine. Das erhöht die Motivation enorm und lässt das Endziel viel greifbarer erscheinen. Und natürlich: jedes Mal, wenn du an einem Meilenstein vorbeirauscht, werden Endorphine, Glückshormone, frei.

3. Niederlagen annehmen

Weißt du was niemals passieren wird: Dass alles auf Anhieb klappt. Bei keinem übrigens. Bei den richtig erfolgreichen Menschen am allerwenigsten. Die haben meist mehr Rückschläge einstecken müssen als alle anderen – wir sehen hier nur, was passieren kann, wenn frau sich davon nicht unterkriegen lässt. Die Wahrheit ist aber auch: Niederlagen tun weh. Sie untergraben das Selbstwertgefühl und lassen Zweifel an Ideen und Vorhaben sprießen. Wichtig ist, dass du eine Niederlage als das annimmst, was sie ist. Ein!!! gescheiterter Versuch. Das wertet weder dich als Person ab noch zwingend deine Idee. Vielleicht kannst du noch ein wenig daran feilen und dann probierst du es nochmal – mit dem Wissen, woran du das letzte Mal gescheitert bist. Diesen Eisberg kannst du dann nächstes Mal gekonnt umschiffen.

4. Im Moment leben

So einfach und doch so schwer. Natürlich leben wir in der Gegenwart. Wo auch sonst, fragst du dich? Nun, oftmals hängen wir mit unseren Gedanken in der Vergangenheit fest. Oder sind mit unseren Sorgen schon beim Übermorgen. Allerdings: Am Gestern kann nichts mehr geändert werden und ob die Zukunft so eintritt, wie du sie dir vorstellst, ist auch fraglich. Das Leben findet im Hier und Jetzt statt. Hin und wieder sollten wir also auch dem Impuls widerstehen, einen Moment auf Foto bannen zu wollen und ihn stattdessen einfach bewusst und dadurch viel intensiver erleben. So trägst du ihn danach immer in deinem Herzen – und das ist doch besser als auf dem Handy, non?

5. Konventionen verabschieden

Wer zum Glück finden will, folgt dabei oft dem Fahrplan anderer. Ein schickes Auto, ein großes Haus, einen Job mit gutem Einkommen. Wenn ich dieses oder jenes erreicht habe, bin ich glücklich, denken wir. Aber stimmt das wirklich? Was für andere gilt, muss ja lange nicht denselben Effekt auf dich haben. Vielleicht fährst du lieber mit dem Rad als mit dem Auto und bist in einer schicken kleinen Wohnung glücklicher als in einem großen Haus. Es ist nämlich so: sich nach dem persönlichen Glückskodex anderer zu richten, ist der sicherste Weg ins Unglück. Also: Leb deine eigene glückliche Wahrheit. Egal, wie sie aussieht und egal, was andere dazu sagen.