Madame Missou

So gruselt sich die Welt

Leuchtende Kürbisfratzen auf den Treppenabsätzen, gruselige Masken in den Geschäften und der Süßigkeitenvorrat, der aufgestockt sein will. Halloween steht vor der Tür. Ich habe mich gefragt, wird das Geisterfest eigentlich überall auf der Welt gleich gefeiert?

Bien sûr, wir alle kennen Halloween: Kürbisse, Kinder die von Haus zu Haus laufen und Süßigkeiten einfordern und natürlich die Partys, die sich von Karneval eigentlich nur in der gruseligen Maskerade unterscheiden. Aber woher kommen all diese Bräuche und sind sie überall so bekannt wie hierzulande?

Amerika – Kostüme und Paraden

Am geläufigsten sind uns durch Filme, Bücher und Serien sicherlich die Halloween-Bräuche der USA. Auch wenn das Fest an sich nicht amerikanischen, sondern irischen Ursprungs ist. Irische Einwanderer haben diese Tradition mitgebracht als sie nach Amerika auswanderten. Näheres könnt ihr in meinem Blogbeitrag aus dem letzten Jahr nachlesen.

Halloween gehört in ganz Nordamerika zu einem der zelebriertesten Feiertage des Jahres. Schon Wochen vorher gibt es in den Supermärkten ganze Gänge mit Halloween-Dekorationen und -Süßigkeiten, ganze Läden, die ausschließlich Grusel-Kostüme verkaufen und natürlich die berühmten Haunted Houses und Pumpkin Patches in großen und kleinen Städten. Berühmt ist auch die Halloween Parade in New Yorks Greenwich Village, bei der jährlich mehr als 50.000 Geister, Zombies und Hexen durch die Straßen pilgern. Teilnehmen kann übrigens jeder – alles, was du brauchst, ist ein Kostüm.

Mexiko – die Toten ehren

Halloween heißt in Mexiko nicht Halloween, sondern „Día de los Muertos“ – der Tag der Toten. Vom Namen abgesehen unterscheidet sich der Ehrentag der Verstorbenen auch in anderen Punkten von dem eher kommerziellen Halloween, das wir kennen. Die Mexikaner feiern den Tod als unentbehrlichen Teil des Lebens und das ist nicht etwa traurig, gruselig oder grau und schwarz, sondern bunt, laut und verrückt. In Mexiko glaubt man, dass am 31. Oktober die verschiedenen Verwandten auf einen kleinen Besuch vorbeikommen, da will man sie natürlich gebührend empfangen. Typisch sind Paraden, die eher an Partys erinnern – und das Fest dauert ganze drei Tage, vom 31. Oktober bis zum 02. November. Mon dieu!

Irland – die Wiege von Halloween

Die irischen Bräuche sind den amerikanischen sehr ähnlich (oder eigentlich eher umgekehrt, wie wir ja jetzt wissen). Auch hier ziehen die Kinder von Haus zu Haus, Verkleidungen sind an der Tagesordnung und man sieht vielerorts gruselige Kürbislaternen, die böse Geister fernhalten sollen. Ein Brauch, der trotz allem noch typisch irisch ist, ist das Backen und Verzehren des sogenannten Barmbracks, kurz auch einfach Brack genannt. Dabei handelt es sich um ein süßes brotähnliches Gebäck, das traditionell genutzt wurde, um die Zukunft vorherzusagen. In das Halloween-Brack wurden nämlich allerhand weitere, nicht zum Verzehr gedachte Dinge eingebacken: eine Bohne, ein Stöckchen, ein Stück Stoff, eine Münze und ein Ring. Das eigene Schicksal offenbarte sich in dem Gegenstand, den frau im eigenen Stück wiederfand:

  • Bohne: Die Person wird nicht im nächsten Jahr heiraten
  • Stöckchen: Unglückliche Ehe oder Streitigkeiten
  • Stoff: Unglück oder Armut
  • Münze: Reichtum oder Glück
  • Ring: Hochzeit innerhalb des nächsten Jahres

Ganz schön „hochzeitslastig“, das Spiel, non? Ein wenig lässt es sich vielleicht mit unserem Bleigießen zu Silvester vergleichen.

Und wie feierst du am liebsten Halloween, liebe Leserin? Ich werde mir jetzt einen schönen Kürbis zum Verzieren suchen – das und die Kürbissuppe, die daraus entsteht, sind meine Lieblingstraditionen.