Madame Missou

Urlaub für den Geist

„Ich bin ja so urlaubsreif!“ Den Satz hast du bestimmt schon oft gesagt und gehört, liebe Leserin. Wir meinen damit, dass wir auch mental mal eine Auszeit brauchen, aber wenn wir ganz ehrlich sind, geben wir im Urlaub meistens nur unserem Körper eine Pause, non?

Ausschlafen, entspannt am Strand liegen, sich eine Massage gönnen oder vielleicht auch einfach mal wieder regelmäßig Sport machen, wandern, schwimmen – all das sind Aktivitäten, auf die ich mich im Urlaub ganz besonders freue. Weil sie im stressigen Alltag schnell mal hinten rüber fallen und frau sonst irgendwie nie so richtig die Zeit und den Kopf dafür hat. Und mit Kopf haben wir hier schon das richtige Stichwort. Denn all das sind außerdem Dinge, die wir für unseren Körper tun. Aber was ist mit unserem Geist? Hat der sich nicht auch eine vernünftige Auszeit und ein wenig Aufmerksamkeit verdient?

Bewegung für den Körper, Ruhe für den Geist

Dass du deinem Körper am besten bei der Entspannung hilfst, wenn du aktiv bist, klingt vielleicht ein wenig paradox, macht aber eigentlich total viel Sinn. Der Körper ist eben für Bewegung geschaffen – auch wenn er manchmal so tut, als würde er lieber mit Schokolade und Netflix auf der Couch liegen. Bei deinem Geist ist genau andersherum. Da wirbeln die Gedanken, springen von einer Aufgabe zur nächsten, von unangenehmen Erinnerungen zu Sorgen, die wir für unsere Zukunft haben – er kommt einfach schwer zu Ruhe. Und auch hier hilft leider keine Süßspeise und kein Streamingportal.

Was wirklich hilft bei der nachhaltigen Entspannung, ist Meditation. Keine Sorge, es wird hier nicht esoterisch. Tatsächlich konnte bereits durch Studien belegt werden, dass kleine Meditationseinheiten von lediglich ein paar Minuten pro Tag dir nicht nur in akuten Stresssituationen helfen, sondern auch langfristig dafür sorgen, dass du mit deinen Kraftreserven und deiner Energiebalance besser haushalten kannst. Deine Gedanken werden geordnet, Entspannung stellt sich ein. Alors, das ist doch genau das, was wir wollen, wenn wir mal wieder stöhnen: „Ich brauche dringend Urlaub!“

Anders als „Ommm“ und Schneidersitz

Wenn du dich jetzt vor deinem inneren Auge schon von Räucherstäbchen umwabert und in der Einsamkeit eines tibetanischen Hochgebirges siehst, kann ich dich beruhigen. Meditation kommt in vielen Formen, Farben und Facetten daher und für keine musst du ins Eremitendasein übersiedeln oder dich zwingend in einen Schneidersitz knoten. Was aber schon wichtig ist: Du solltest dir gerade am Anfang einen positiven Wohlfühlraum schaffen, in dem du dich sicher, geborgen und entspannt fühlst und in dem auch eine gewisse Ruhe herrscht. Das kann aber ebenso gut dein Wohn- oder Schlafzimmer sein. Außerdem solltest du gerade am Anfang schon ein wenig darauf achten, dass du dich nicht beobachtet fühlst, denn solange du in der Meditation noch ungeübt bist, lenkt das einfach zu sehr ab (Spoiler: Wenn du regelmäßig dabeibleibst, wird es dir schon in ein paar Monaten nichts mehr ausmachen, denn regelmäßige Meditation befreit dich von den Erwartungen und Urteilen anderer).

Wie du deine Meditation letztlich gestalten möchtest, liegt ganz bei dir. Es gibt Fingermediationen oder Atemübungen, in denen du dich nur auf den Luftstrom in deinem Körper konzentrierst. Meine persönliche Lieblingsübung, die mir besonders jetzt im Urlaub ganz leicht fällt, ist die Reise in die innere Bilderwelt. Nimm dir jeden Morgen 15 Minuten Zeit (am besten stellst du dir einen Wecker, damit du nicht ständig auf die Uhr schaust), schließe die Augen und stell dir einen ruhigen positiven Ort vor. Das kann ein Strand sein oder in den Bergen – völlig egal. Nun spaziere in aller Ruhe durch diese Welt und schmücke sie mit immer mehr Details aus. Du wirst erstaunt sein, welche gewaltigen Welten dein Unterbewusstsein erschaffen kann. Und noch etwas ist erstaunlich: Die Ruhe, die du in deiner Fantasieumgebung empfindest, wirst du den ganzen Tag mit dir tragen.

Alors, ich wünsche dir einen Urlaub voller Entspannung für Körper und Geist.