Madame Missou

Zeit für die sommerliche Gretchenfrage: Meer oder Berge?

Am Wochenende war es endlich soweit: Ich saß auf dem Balkon, habe meine Füße in einen Eimer kaltes Wasser getaucht, ein gutes Buch gelesen – als plötzlich aus heiterem Himmel ein Gewitter aufzog. Und zwar in meinem Inneren. Ausgelöst von der ewigen Frage: Fahren wir im Sommer ans Meer oder in die Berge?

Bien sûr, liebe Leserin, so oder so ähnlich stellt frau sich die Frage doch jedes Jahr, non? Ob sie nun bereits im Kopf aufpoppt, während draußen noch die Schneeflocken fallen, oder, so wie bei mir, erst kurz vor knapp – irgendwann kommt sie so sicher wie der erste Sonnenbrand auf der winterlich-blassen Nase. Es müssen auch nicht zwingend nur diese beiden Optionen sein, die sich aufdrängen. Vielleicht ist es bei dir die Frage: Lieber Kreuzfahrt mit Cocktails an Deck oder Trecking-Urlaub in der Schweiz? So oder so: Es gilt eine Entscheidung zu fällen, und was uns schon allmorgendlich bei der Wahl der richtigen Schuhe schwerfällt, wird garantiert nicht leichter, wenn es um die schönste Zeit des Jahres geht.

Zum Glück kenne ich ein paar Tipps, die dir und deiner Entscheidungsfreude aus den Startlöchern helfen (Achtung: Lassen sich auch in jeder anderen Situation anwenden, in der eine Wahl getroffen werden muss):

1. Frag den Experten

Besonders bei Entscheidungen, die faktenbasiert sind und nicht emotional, kann es sehr helfen, sich eine Expertenmeinung einzuholen. Der Urlaub stellt hier eine Mischform dar. Natürlich solltest du irgendwo hinreisen, wo es dich auch mit dem Herzen hinzieht, trotzdem gilt es auch, ein paar Fakten zu beachten: Ist dein bevorzugtes Reiseziel zu deiner bevorzugten Reisezeit überhaupt ein Paradies oder hängt es in einem Sturmtief fest (Stichwort: Monsunzeit in tropischen Gegenden)? Wie viel Geld hast du zur Verfügung und lohnt sich die Reise nach New York, wenn du an ein enges Budget gebunden bist? Oder hättest du dann eventuell mehr von einem Ausflug an den Bodensee? Das Internet ist in diesem Punkt ein Segen: Melde dich in Communities und Foren an und frag einfach nach. Die meisten Leute erzählen sehr gerne von ihren Urlaubserfahrungen.

2. Frag jemanden, der dich gut kennt

Ich hatte mal einen Freund, der unbedingt nach Kuba reisen wollte. Als er jedoch da ankam, fiel ihm auf, dass durch den dort immer noch aktiven Kommunismus nur äußerst wenige Lebensmittel vorhanden waren – gegen viele davon hatte mein guter Freund eine Unverträglichkeit. Außerdem sprach er kein Spanisch, während viele Kubaner kein Englisch verstehen. In aller Kürze: Der Traumurlaub auf Kuba wurde zum Desaster.

Manchmal leiden wir einfach unter Betriebsblindheit, was uns selbst, unsere Vorlieben, aber auch unsere Abneigungen anbelangt. Wir haben so lange von einem Wanderurlaub in Alaska geträumt, dass wir uns vielleicht gar nicht eingestehen wollen, dass die Kälte und Einsamkeit nicht mehr das Richtige für uns sind. Frag also einen guten Freund, ob er dir ganz ehrlich zu der Reise raten würde und was seiner Meinung nach am besten zu dir passt.

3. Es geht doch ums Gewicht

Keine Sorge, ich rede nicht von einer Waage! Stattdessen solltest du die Argumente, die für oder gegen ein bestimmtes Urlaubsziel sprechen ihrer Gewichtung nach auflisten und gegenüberstellen. Die Unkenntnis einer Sprache kann dabei zum Beispiel „schwerer ins Gewicht“ fallen als das Argument: „Ich wollte aber schon immer mal nach Odessa.“ Am Ende wirst du vermutlich auf einer Seite mehr schwerwiegende Argumente haben als auf der anderen.

Und falls das alles nicht hilft, gibt es ja noch den schönen Spruch: Ein Kompromiss ist erst dann gut, wenn keiner mehr glücklich ist. ;-)

Spaß beiseite, ich bin überzeugt, du findest zusammen mit deinen UrlaubspartnerInnen ein perfektes Ziel, an dem ihr alle Freude habt. Und auch beim Planen wünsche ich euch viel Spaß.