Madame Missou

Zwischen „Es ist zu heiß!“ und „Wann wird es endlich Sommer?“

Alors, hast du nicht auch manchmal das Gefühl, es gibt im Sommer nur diese beiden Gemütszustände bei vielen Menschen? Und findest du das nicht auch ziemlich schade?

Im Winter sind sich alle einig: Wir können es eigentlich kaum erwarten, dass endlich wieder Sommer ist. Bei warmen Temperaturen im orange-roten Abendlicht sitzen, Grillfeste feiern, Schwimmbadbesuche, so viele Aktivitäten und vielversprechende Tage locken. Aber wehe es ist dann so weit. Dann ist die Hitze zu drückend, Regen wird herbeigesehnt, aber sobald es regnet, hört man überall die Klagen: „Was für ein verregneter Sommer.“ Alors, Zeit, dass wir uns davon lösen! Sonst werden wir nie den perfekten Sommer erleben!

Sommer ist Einstellungssache

Einige meiner besten Freunde behaupten von sich stets, sie seien besonders wetterfühlig. Vielleicht kennst du da auch jemanden oder empfindest sogar selbst so. Gemeint ist damit nicht unbedingt, dass sie anfälliger für Kopfschmerzen sind, wenn der Luftdruck sich ändert, sondern dass ihre Stimmung extrem mit dem Wetter verknüpft ist. Wenn es also etwa regnet oder kälter ist als sie es sich für den Sommer wünschen, fällt mit den Temperaturen auch die Stimmung meiner Freunde.

Vraiment, ich kann natürlich verstehen, dass es einem im wahrsten Sinne des Wortes die Laune verhagelt, wenn frau eine Poolparty geplant hat und das Wasser dann vom Himmel fällt, statt sich ordnungsgemäß auf den Pool zu beschränken. Aber, Hand auf's Herz, eigentlich ist es ganz schön riskant für das Wohlbefinden, die eigene Stimmung so stark an die Wetterverhältnisse zu binden. Denn die kann niemand beeinflussen. Was du aber beeinflussen kannst, ist wie du damit umgehst und wie deine Einstellung dazu ist. Wie hieß es noch in diesem Lied: „Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.“

Gut vorbereitet ist halb gefreut

Eine wichtige Sache, die wir verinnerlichen sollten, ist folgende: Für unsere eigenen Gefühle sind nur wir selbst verantwortlich. Nicht unser Gesprächspartner, nicht unsere Familie und natürlich auch nicht das Wetter. In einem Streit können nur wir selbst wählen, wie wir uns fühlen, wie wir reagieren wollen. Und wenn es draußen stürmt – oder auch, wenn die nächste Hitzewelle über uns hinwegrauscht – sind wir ebenfalls für unsere Reaktion zuständig. Wir können uns beschweren, uns mies fühlen, oder wir können uns einen Plan zurechtlegen und uns ab sofort über jedes Wetter freuen.

Überleg dir also, wie du reagierst, wenn es das nächste Mal so richtig heiß wird. Vielleicht gibt es auf deiner Arbeit die Möglichkeit, an den richtig heißen Tagen früher anzufangen und nachmittags „hitzefrei“ zu machen? Im Schatten an einem schönen Badesee lässt es sich auch bei über 30 Grad prima aushalten. Hier findest du weitere Tipps von mir, damit du bei Hitze nicht überhitzt.

Und auch für unerwartete Sommergewitter hast du einen Notfallplan parat: Fenster aufreißen und die frische, saubere Luft einatmen. Mal wieder richtig durchlüften – und zwar Wohnung und Geist. Wenn der Regen etwas länger anhält, belohn dich und deinen Körper doch mit einem entspannten Wellness-Tag oder lad deine Freundinnen ein und kocht mal wieder schön zusammen. Bei etwas kühleren Temperaturen schmeißt frau den Herd doch gleich wieder viel lieber an.

Ich hoffe, zukünftig kannst du den Sommer genießen ohne dich dabei zu sehr vom Wetter abhängig zu machen. Ach ja, das gleiche gilt natürlich auch für Frühling, Herbst und Winter.